Krisengewinnler in Frankfurt:
Deutsche Börse AG profitiert von Turbulenzen
20.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Nach dem Rekordjahr will die Deutsche Börse weiter wachsen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Finanzkrise im vergangenen Jahr bremst die Konjunktur und macht den meisten Konzernen zu schaffen. Doch einige Unternehmen profitieren auch. Die Deutsche Börse verbucht Rekorde bei Umsatz und Gewinn.
Die Deutsche Börse will nach einem Rekordjahr 2007 künftig vor allem aus eigener Kraft wachsen. «Unsere strategische Positionierung zeigt und unser Erfolg belegt, dass wir auch in der Zukunft nicht von einer großen Transaktion abhängig sind», sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse AG, Reto Francioni, am Mittwoch in Frankfurt. Dennoch sei der Konzern auch für Zukäufe weiterhin offen. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Börse die US-Optionsbörse Ise übernommen.
Francioni wandte sich gegen eine immer wieder diskutierte Zerschlagung des Dax-Konzerns: «Die Teile zusammen ergeben ein Ganzes, das weiterhin mehr wert ist als die Summe der Teile.» Im vergangenen Jahr verbuchte die Deutsche Börse Rekorde bei Umsatz und Gewinn: Die Umsätze kletterten im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 2,185 (Vorjahr: 1,854) Milliarden Euro. Dabei profitierte die Börse auch von der weltweiten Finanzkrise: Wegen der Nervosität an den Märkten wurden vermehrt Aktien und Wertpapiere gekauft, verkauft und umgeschichtet. Der Konzernüberschuss legte um 36 Prozent auf 911,7 (668,7) Millionen Euro zu.
Francioni verteidigt Umzug aus SteuergründenTrotz ihrer unverminderten Rekordjagd bleibt die Börse auf der Kostenbremse. Ein Fokus der nächsten Jahre sei Kostendisziplin betonte Francioni. Er verteidigte in diesem Zusammenhang erneut den Umzug der Konzernzentrale von Frankfurt ins benachbarte Eschborn: Obwohl dies einen einstelligen Millionenbetrag kosten werde, könne die Börse dadurch «eine weitere signifikante Ergebnisverbesserung erzielen». Die Deutsche Börse spart durch den Umzug ihrer gut 2000 Frankfurter Mitarbeiter jährlich Gewerbesteuern in Millionenhöhe. (dpa)