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Verdacht auf Steuerhinterziehung: 

Zumwinkel soll eine Million abgezweigt haben

14. Feb 2008 07:32, ergänzt 15:18
Klaus Zumwinkel (li.) verlässt in Begleitung seines Anwalts Hanns Feigen (re.) sein Haus
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Laut Aussagen der Bochumer Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass der Post-Chef eine Million Euro am Finanzamt vorbeischleuste. Ein Haftbefehl wurde gegen Kaution außer Vollzug gesetzt.

Die Bochumer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Klaus Zumwinkel wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in Höhe von einer Million Euro. Das teilten die Ermittler am Donnerstag nach einer Vernehmung des Post-Chefs in Bochum mit. Ein Haftbefehl gegen Zumwinkel sei gegen eine «Sicherheitsleistung in nicht unerheblicher Höhe» außer Vollzug gesetzt worden, da er sich zu dem Vorwurf eingelassen habe.

Zuvor hatten Ermittlungsbeamte das Wohnhaus Zumwinkels in Köln-Marienburg fünf Stunden lang durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Der 64-Jährige wurde mit Polizeieskorte nach Bochum transportiert. Dort vernahm ihn die Staatsanwaltschaft. Die wollte überprüfen, ob Zumwinkel Gelder am Fiskus vorbei nach Liechtenstein geschleust habe.


Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bochum hatte mitgeteilt, dass es «Ermittlungen in einem reinen Steuerstrafverfahren» gebe. Dazu liefen Durchsuchungen an verschiedenen Orten, darunter auch in Bonn. Aus Rücksicht auf das Steuergeheimnis und die laufenden Aktionen nannte er keine Namen.

Lesestoff für den Staatsanwalt nehmen die Fahnder mit
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Die Post wollte sich nicht näher zu den Umständen und zur Lage nach den Durchsuchungen bei Zumwinkel äußern. Die zuständige Staatsanwaltschaft habe angekündigt, dass es zu dem Fall im Laufe des Tages von ihrer Seite weitere Informationen geben werde, sagte ein Sprecher. «Deshalb können wir uns derzeit nicht äußern.»

Steuerbetrug mithilfe einer Stiftung

«Spiegel online» berichtete, Zumwinkel werde vorgeworfen, seit zwei Jahrzehnten mithilfe einer Stiftung im Fürstentum Liechtenstein Steuern hinterzogen haben. Das Vermögen der Stiftung habe zuletzt mehr als zehn Millionen Euro betragen. Aus umfangreichen Aufzeichnungen eines Liechtensteiner Geldinstituts solle hervorgehen, dass der Post-Chef auch erwogen habe, sein Vermögen nach Asien oder auf die Cayman-Inseln zu verlagern. Gegen einen Familienangehörigen Zumwinkels wird diesen Angaben zufolge bereits seit Sommer vergangenen Jahres wegen Steuerhinterziehung ermittelt. In diesem Fall solle es um Millionen in Liechtensteiner Stiftungen gehen. Eine anonyme Anzeige habe dieses Steuerverfahren ausgelöst.

Dienstältester Chef eines Dax-Unternehmens

Zumwinkel steht seit 1990 an der Spitze des Bonner Unternehmens. Er gilt als einer der mächtigsten deutschen Wirtschaftsführer und ist der dienstälteste Chef eines Dax-Unternehmens. Der 64-Jährige steuerte erfolgreich den Umbau der früheren staatlichen Deutschen Bundespost zu einem global führenden Logistik-Konzern. Zumwinkel leitet zudem die Aufsichtsräte der Tochter Postbank und der Deutschen Telekom und sitzt in weiteren Aufsichtsräten. Für negative Schlagzeilen sorgte Zumwinkel, als er Ende 2007 auf einen Schlag eigene Aktien der Post für 4,73 Millionen Euro veräußerte. (nz/dpa/AP)

 
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