Konzernchef Lars G. Josefsson bezifferte die Kosten für 2007 durch den Ausfall der Kernkraftwerke nach Bränden und anderen Zwischenfällen seit letztem Sommer auf 201 Millionen Euro. Er wollte keine Angaben über das voraussichtliche Datum der erneuten Inbetriebnahme machen. Josefsson sagte, Vattenfall habe in Reaktion auf die Zwischenfälle eine «unangemessene Informationspolitik» betrieben. Nach der massiven Kritik in der deutschen Öffentlichkeit sowie dem massenhaften Wechsel von Kunden vor allem in Berlin und Hamburg hatte Vattenfall innerhalb weniger Monate zwei Mal die Spitzenposition bei seiner deutschen Zentrale in Berlin neu besetzt.
Der neue Chef bei Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, meinte über die Zukunftsperspektiven: «Wir in der Energiewirtschaft werden künftig mit immer mehr Risiken und Unwägbarkeiten zu kämpfen haben.» Josefsson nannte die Konkurrenz um Stromkunden in Deutschland «wild». Vattenfall will seine CO2-Emissionen bis 2030 halbieren und strebt für den integrierten europäischen Energiemarkt einen Marktanteil von zehn Prozent an. (dpa)