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Yahoo sucht Alternativen zu Microsoft

05. Feb 2008 14:43
Yahoo fühlt sich von Microsoft zu schlecht bewertet.
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Yahoo bemüht sich mit Hochdruck, den Preis für seine Aktien hochzutreiben. Die Suche nach einem Konkurrenzbieter, der es mit Microsoft aufnimmt, gestaltet sich aber nicht leicht - Rupert Murdoch winkte bereits ab.

Ein möglicher Weißer Ritter im Kampf um den Internet-Konzern Yahoo hat schon abgewunken: Medienmogul Rupert Murdoch will nicht in die Übernahmeschlacht einsteigen. Er werde definitiv kein Angebot abgeben, sagte Murdoch – er sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt schlicht nicht interessiert. Murdoch ist Gründer und Chef der News Corporation, eines der größten Medienkonzerne der Welt.

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Damit muss Yahoo nach neuen Gegenbietern oder ganz anderen Wegen suchen, will das Unternehmen für seine Aktionäre einen besseren Preis erzielen als die gebotenen 31 Dollar je Anteilsschein, die derzeit als Offerte von Microsoft auf dem Tisch liegen. Yahoo prüft derzeit auf Hochtouren alle Alternativen zum Kauf durch Microsoft, um seine Verhandlungsposition zu stärken.

Kein einfaches Unterfangen: Für eine Konkurrenzofferte werden in US-Medien zwar unter anderem auch der führende US-Telekomkonzern AT&T, der Mediengigant Time Warner und der Kabelriese Comcast genannt, doch müssten sie es als mögliche Weiße Ritter für Yahoo mit der gewaltigen Finanzkraft von Microsoft aufnehmen. Zumal Microsoft angekündigt hat, trotz seiner prall gefüllten Kriegskasse für eine Übernahme Schulden machen zu wollen.

Yahoo-Aktien fielen um ein Viertel

Dass sich die von Microsoft umworbene Braut ziert, kommt Google – also dem Konzern, gegen den die Microsoft-Pläne gerichtet sind – zupass. Ganz eigennützig bot der Suchmaschinenbetreiber Yahoo seine Hilfe im Kampf gegen Microsoft an. Dem Vernehmen nach hat Google-Chef Eric Schmidt seinem Pendant bei Yahoo, Jerry Yang, zwar keine konkrete Gegenofferte angedeutet – aus wettbewerbsrechtlichen Gründen wird solch ein Schritt ohnehin nicht erwartet.

Daten & Fakten:

Mit der angestrebten Übernahme von Yahoo für rund 45 Milliarden Dollar will Microsoft die Dominanz von Google bei der Online-Suche und der Internet-Werbung brechen. Allerdings würden auch Yahoo und Microsoft zusammen den Google-Marktanteil bei Internetsuche bei weitem nicht erreichen. Google wiederum warnt vor einer Übermacht von Microsoft-Yahoo bei webbasierten E-Mails und Online-Sofortnachrichten ("instant messaging").

Aber eventuell könnte Google Yahoo die Unterstützung für einen anderen Bieter sowie eine Partnerschaft bei der lukrativen Werbung im Internet anbieten. Dass Yahoo seine Suche billiger von Google betreiben lassen könnte und sich auf sein übriges Portalgeschäft konzentriert, war früher schon einmal im Gespräch.

Nun gilt Yahoo nicht erst seit vergangenem Freitag als Übernahmekandidat. Im Schlussquartal 2007 war der Gewinn um fast ein Viertel zurückgegangen, die Aktie gibt seit längerem nach: In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Yahoo-Aktie mehr als ein Viertel ihres Wertes, so dass Analysten schon länger Yahoo als potenziellen Übernahmeziel sehen.

Yahoo fühlt sich zu schlecht bewertet

Andererseits will sich Yahoo nicht unter Wert verkaufen. Üblicherweise wird als Preis je Aktie zumindest das 52-Wochen-Hoch erwartet – das wäre bei Yahoo laut «Wall Street Journal» 34,08 Dollar und damit zehn Prozent mehr als die derzeit von Microsoft gebotene Summe. Um den Preis höher zu treiben, machen Yahoo-Aktionäre derzeit darauf aufmerksam, dass das Microsoft-Gebot die asiatischen Beteiligungen von Yahoo an anderen Unternehmen – darunter Yahoo Japan und die chinesische Handelsplattform Alibaba – zu geringschätze.

Andere Analysten verweisen darauf, dass Microsoft die möglichen Synergien bei einer Yahoo-Übernahme nicht angemessen berücksichtige. Eine Fusion würde jährliche Synergien in einem Volumen von 1,3 Milliarden Dollar freisetzen, meint Analyst Sandeep Aggarwal von Oppenheimer & Co. Das seien 30 Prozent mehr als von Microsoft taxiert. «Kein Unternehmen will Yahoo so sehr wie Microsoft – daher werden sie bereit sein, ein höheres Angebot zu machen», prognostiziert Aggarwal.

 
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