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Google stänkert gegen Elefantenhochzeit

04. Feb 2008 08:08
Suchmaschinenriese Google will Yahoo-Übernahme durch Microsoft verhindern
Scharf hat Googles Chef-Jurist die geplante Übernahme Yahoos durch Microsoft kritisiert. Um die Offenheit des Internets zu sichern, gelte es, die Fusion zu verhindern.

Nach dem milliardenschweren Übernahmeangebot des Softwareriesen Microsoft für den Internet-Konzern Yahoo hat der Suchmaschinenriese Google schwere Bedenken angemeldet. Die angestrebte Fusion werfe «beunruhigende Fragen» etwa zur Offenheit des Internets und zu möglicherweise unrechtmäßigem Einfluss im Web auf, warnte Googles Chef-Jurist David Drummond am Sonntag. Entscheidungsträger in aller Welt müssten diese Fragen stellen. Die Verbraucher verdienten befriedigende Antworten.

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Microsoft wies die Vorwürfe zurück: Der geplante Zusammenschluss mit Yahoo werde bei Internet-Suche und Online-Werbung für mehr Konkurrenz sorgen. «Die alternativen Szenarien führen nur zu weniger Wettbewerb im Internet», hieß es in einer Stellungnahme des Konzerns vom Sonntag. Mit der angestrebten Übernahme von Yahoo im Wert von rund 45 Milliarden Dollar (30 Mrd Euro) will Microsoft die Dominanz von Google bei der Online-Suche und der Internet-Werbung brechen. Die Offerte erfolgte nicht einvernehmlich mit Yahoo. Entsprechende Vorschläge Microsofts hatte Yahoo zuvor abgelehnt.

In einem Blog attackiert der Google-Manager den Konkurrenten Microsoft ungewöhnlich scharf: «Könnte Microsoft nun versuchen, den gleichen unangemessenen und unrechtmäßigen Einfluss auf das Internet auszuüben wie beim PC?», schrieb Drummond. «Könnte der Kauf von Yahoo Microsoft - trotz seiner Vorgeschichte von ernsthaften Verstößen gegen Gesetze und Wettbewerbsrecht - erlauben, unfaire Praktiken bei Browsern und Betriebssystemen auf das Internet auszudehnen?»

Zwischen dem Softwareriesen und Wettbewerbshütern in den USA sowie vor allem in Europa hatte es immer wieder schwere Differenzen gegeben. Experten rechnen daher mit Widerstand in Europa. Angesichts der Übermacht von Google bei der Online-Suche halten sie es aber für möglich, dass die Kartellbehörden die geplante Übernahme durchwinken.

Googles Chef-Jurist warnte zudem, Microsoft und Yahoo hätten gemeinsam einen überwältigenden Anteil bei E-Mail-Angeboten und Messenger-Diensten. Sie würden auch die am meisten besuchten Web-Portale betreiben.

Drummond kritisierte: «Microsoft strebte oft danach, geschützte Monopole zu schaffen - und dann seine Dominanz in neuen, benachbarten Märkten einzusetzen.» Bei der geplanten Übernahme gehe es um «die grundlegenden Prinzipien des Internets: Offenheit und Innovation».

Yahoo selbst will zunächst alle Alternativen zu einer Übernahme eingehend prüfen. Dazu gehöre auch die weitere Unabhängigkeit, hatte das Unternehmen betont. Eine derartige Klärung werde einige Zeit benötigen, dämpfte Yahoo zudem Erwartungen auf eine schnelle Entscheidung. Angesichts der zurückhaltenden Reaktion auf die Offerte spekuliert die Wall Street über mögliche Gegengebote anderer Investoren. (dpa-afx)

 
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