Google stänkert gegen Elefantenhochzeit
04.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In einem Blog attackiert der Google-Manager den Konkurrenten Microsoft ungewöhnlich scharf: «Könnte Microsoft nun versuchen, den gleichen unangemessenen und unrechtmäßigen Einfluss auf das Internet auszuüben wie beim PC?», schrieb Drummond. «Könnte der Kauf von Yahoo Microsoft - trotz seiner Vorgeschichte von ernsthaften Verstößen gegen Gesetze und Wettbewerbsrecht - erlauben, unfaire Praktiken bei Browsern und Betriebssystemen auf das Internet auszudehnen?»
Zwischen dem Softwareriesen und Wettbewerbshütern in den USA sowie vor allem in Europa hatte es immer wieder schwere Differenzen gegeben. Experten rechnen daher mit Widerstand in Europa. Angesichts der Übermacht von Google bei der Online-Suche halten sie es aber für möglich, dass die Kartellbehörden die geplante Übernahme durchwinken.
Drummond kritisierte: «Microsoft strebte oft danach, geschützte Monopole zu schaffen - und dann seine Dominanz in neuen, benachbarten Märkten einzusetzen.» Bei der geplanten Übernahme gehe es um «die grundlegenden Prinzipien des Internets: Offenheit und Innovation».
Yahoo selbst will zunächst alle Alternativen zu einer Übernahme eingehend prüfen. Dazu gehöre auch die weitere Unabhängigkeit, hatte das Unternehmen betont. Eine derartige Klärung werde einige Zeit benötigen, dämpfte Yahoo zudem Erwartungen auf eine schnelle Entscheidung. Angesichts der zurückhaltenden Reaktion auf die Offerte spekuliert die Wall Street über mögliche Gegengebote anderer Investoren. (dpa-afx)

