01. Feb 2008 21:14, ergänzt 23:55
Einen Zeitungsbericht, demzufolge die Post AG 900 Filialen aufgeben wolle, bezeichnete Post-Sprecher Dopychai als «Käse». Man prüfe lediglich die Umwandlung in Post-Agenturen.
Das Bielefelder «Westfalen-Blatts» berichtet in seiner Samstagsausgabe, dass die Post AG 900 Filialen aufgeben wolle. 4.000 Mitarbeiter seien betroffen, schreibt das Blatt. Es beruft sich auf Angaben der Gewerkschaft ver.di und den Postagenturnehmerverband. Demnach trennt sich die Deutsche Post AG aus Kostengründen von ihrem Filialnetz. Dienstleistungen wie Paketannahme und Briefmarkenverkauf sollen in Zukunft bundesweit nur noch in 855 Postbanken und in privaten Partner-Filialen angeboten werden, heißt es weiter. Postsprecher Achim Gahr sagte in der selben Zeitung, das Partner-Konzept habe sich bewährt und werde ausgebaut. Das gesamte Filialnetz werde überprüft. Neben den 7.100 privaten Postagenturen gebe es 3.700 Postservice-Shops und 1.000 Post-Points. In den Shops gibt es ein reduziertes Angebot für die Kunden. Die Betreiber haben dem Bericht zufolge ein Mini-Job-Verhältnis mit der Post vereinbart. Bezahlt würden zwölf Stunden Öffnungszeit in der Woche, hieß es. In den noch kleineren Post-Points sei auch der Service geringer. Dort könnten zum Beispiel keine Einschreiben abgegeben werden.
Nach Informationen des Postagenturnehmerverbandes (Pagd) laufe alles auf die Schließung der posteigenen Filialen hinaus, schreibt die Zeitung weiter. Bei jeder Umwandlung einer Filiale in eine private Agentur spare das Unternehmen 60 Prozent der Kosten, wurde Pagd-Vorsitzender Torsten Modery zitiert. Die Gewerkschaft werde alles unternehmen, weitere Schließungen zu verhindern, sagte der Vorsitzende der ver.di-Betriebsgruppe Filialen in Detmold, Ernst-August Rekarte, dem Blatt. Verdi habe bereits eine Initiative zum Erhalt der Filialen gestartet. (nz/AP)