24.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Fertigung bei Nokia
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In Bochum dürfte die Wut auf Nokia an diesem Donnerstag noch steigen: Der Handy-Konzern hat im Schlussquartal 2007 eine Traumrendite erreicht - doch die reicht den Finnen offensichtlich immer noch nicht.
Der finnische Handyhersteller Nokia hat seine Position als souveräner Branchenführer mit der Traumrendite von 25 Prozent und einem Marktanteil von jetzt 40 Prozent ausgebaut. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Helsinki mitteilte, stieg der Nettogewinn im vergangenen Jahr um 67 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Die Nokia-Aktie zog nach Bekanntgabe der Bilanz in Helsinki um zwölf Prozent an.
Im besonders erfolgreichen vierten Quartal konnte der Weltmarktführer seinen Marktanteil auf die seit langem angestrebte Marke von 40 Prozent erhöhen. Er verbuchte 1,8 Milliarden Euro Reingewinn und damit 44 Prozent mehr als zwölf Monate zuvor. Die Ertragsquote für die Handy-Sparte stieg im vierten Quartal von 17,8 auf 25 Prozent.
Nokia war in den vergangenen Tagen in Deutschland ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil das Unternehmen trotz glänzender Zahlen die Schließung der Handy-Fertigung in Bochum angekündigt hatte. Der Konzern hat eine neue Fabrik im rumänischen Städtchen Jucu bei Cluj hochgezogen, wo laut Nokia kostengünstiger produziert werden kann als im Ruhrgebiet.
Jahresumsatz steigt um ein ViertelKonzernchef Olli-Pekka Kallasvuo äußerte sich zufrieden über das vierte Quartal, in dem Nokia weltweit 133,5 Millionen Mobiltelefone absetzen konnte. «Nokias fantastisches viertes Quartal hat dazu beigetragen, dass 2007 zu einem Jahr mit starkem Wachstum und erhöhter Rentabilität für uns wurde», sagte Kallasvuo.
2007 sei insgesamt «ein Jahr mit wichtigen strategischen Entscheidungen» gewesen, fügte der Nokia-Chef hinzu. Über alle zwölf Monate konnte Nokia die Ertragsquote bei Mobiltelefonen von 16,6 auf 21,7 Prozent steigern. Der finnische Konzern steigerte seinen Umsatz 2007 um 24 Prozent auf 51,1 Milliarden Euro.
Kallasvuo hatte kurz vor der Bilanzveröffentlichung die Stilllegung des Bochumer Werkes als unumstößlich verteidigt, aber die «nicht optimale» Vermittlung der Entscheidung bedauert. Für 2008 erwartet Nokia ein Wachstum beim Handy-Branchenabsatz um zehn Prozent auf 1,1 Milliarden Einheiten. Schwach werde dagegen der Zuwachs beim Geschäft mit Telenetzen ausfallen, bei dem Nokia mit dem deutschen Siemens-Konzern kooperiert. Zuletzt hatten einige Beobachter wegen zunehmender Indizien für eine Rezession in den USA sogar eine Gewinnwarnung von Nokia befürchtet. (dpa)