Beschäftigte von Nokia und Mitarbeiter anderer Unternehmen sind für Dienstag zu einer Protestveranstaltung in Bochum aufgerufen. Als Redner vorgesehen sind neben anderen IG-Metall-Chef Berthold Huber und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Auch der Parteichef der Linken, Oskar Lafontaine, hat seine Teilnahme angekündigt. Die IG Metall rechnet mit mehreren tausend Teilnehmern. Der Landtag in Düsseldorf hat für Mittwoch eine Aktuelle Stunde zum Fall Nokia angesetzt.Der Linken-Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen griff unterdessen den früheren nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Steinbrück an. Er werde dazu Stellung nehmen müssen, warum die von ihm geführte Landesregierung die Subventionsbedingungen aufgeweicht und nicht auf dem zugesagten Beschäftigungsaufbau bis auf 2800 Stellen bei Nokia bestanden habe.
Der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, wandte sich gegen gesetzliche Hürden gegen Werksschließungen oder Verlagerungen. Solche Forderungen seien «aus der Wut des Augenblicks nachempfindbar, stiften aber leider mehr Schaden als Nutzen», sagte er der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung». Kannegiesser sprach sich für eine freie Standortwahl von Unternehmen aus. «Firmen aus aller Welt sollen sich für Standorte in unserem Land genauso frei entscheiden können wie wir bei ihnen.» Wer sich einmauere, so Kannegiesser, habe auf Sicht schon verloren. Weltoffenheit funktioniere nur auf Gegenseitigkeit. (AP)