Auch SPD-Chef Beck fordert Nokia-Boykott
Beck sagte, es sei nicht seine Art, zum Warenboykott aufzurufen. «Aber für mich - und vielen Deutschen geht es sicher ähnlich - hat der Name Nokia seit dieser Woche keinen guten Klang mehr.» Er werde keine Nokia-Handys mehr benutzen: «Ich will beim Telefonieren nicht ständig an dieses unglaubliche Ärgernis erinnert werden.» Man müsse den Verantwortlichen bei Nokia klarmachen, was sie täten, betonte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident.
Der Lohnkostenanteil bei der Handyproduktion liege unter fünf Prozent. «Wer da die Lohnhöhe als entscheidenden Grund für eine Standortverlagerung nennt, nachdem er 90 Millionen Euro Subventionen kassiert hat, verschweigt, dass es ihm nur um höhere Rendite geht.»
Kuhn sagte, er besitze ein Nokia-Handy und werde dies aus ökologischen Gründen auch nicht wegwerfen. «Aber: Wenn Nokia das Werk in Bochum tatsächlich dicht macht, werde ich sicher kein Nokia-Handy mehr kaufen.» Die Verbraucher müssten künftig «schärfer auf diese Subventionssäue reagieren».
Der Vorsitzende der Partei «Die Linke», Oskar Lafontaine, sprach in der «Passauer Neuen Presse» von der «hässlichen Fratze des Finanzkapitalismus». Wegen kleinster Verbesserungen bei Gewinnmargen müssten viele tausend Menschen Angst vor der Zukunft haben. «Dieses Wirtschaftssystem kann nicht die letzte Antwort sein.» (AP)
