Lokführer kurz vor Einigung mit der Bahn
13. Jan 2008 15:15, ergänzt 16:30
 |  Sie sind einer Einigung näher gekommen: Der GDL-Vorsitzende Schell und Bahnchef Mehdorn | Foto: dpa |
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Die Streikgefahr bei der Bahn ist gebannt. Die Lokführergewerkschaft GDL glaubt an die Chance, dass ein Tarifabschluss erreicht werden kann. Die Löhne könnten sich um rund elf Prozent erhöhen.
Die Lokführergewerkschaft GDL will nicht erneut streiken. Die GDL-Spitzengremien hätten einstimmig grünes Licht zur Verhinderung weiterer Arbeitskämpfe gegeben, sagte der Vorsitzende Manfred Schell am Sonntag in Frankfurt.
Am Samstag sei er mit Bahnchef Hartmut Mehdorn zu einem Gespräch bei Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) zusammengekommen, sagte Schell. Dort seien Vereinbarungen getroffen worden, auf deren Basis ein Tarifabschluss bis Ende Januar erreichbar sei.Demnach soll es für die Zeit von Juli 2007 bis März 2008 eine Einmalzahlung von 800 Euro geben. Von März an sollen die Einkommen dann um acht Prozent erhöht werden, von September an um weitere drei Prozent. Dadurch ergebe sich eine Erhöhung um elf Prozent. Die Laufzeit sei bis Ende Januar 2009 vereinbart worden.
Hauptvorstand und Tarifkommission der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatten am Sonntag den letzten Verhandlungsstand bewertet. Nach einer Verhandlungsrunde am Donnerstagabend hatte die GDL das Angebot der Bahn bei Entgelt und Arbeitszeit noch als unzureichend bezeichnet und ein Scheitern der Gespräche nicht ausgeschlossen.
Personalvorstand der Bahn erleichtert
Die Deutsche Bahn AG will die Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) schon in den nächsten Tagen fortsetzen. Personalvorstand Margret Suckale sagte: «Die jetzt noch offenen Punkte können wir schnell lösen. Eine Einigung noch in dieser Woche halte ich für möglich.» Suckale äußerte sich erleichtert darüber, dass nun eine Streikgefahr endgültig abgewendet sei.
Auch Tiefensee ist zufrieden
Auch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat die Einigung auf Eckpunkte eines Tarifvertrags für Lokführer bei der Bahn als Durchbruch bezeichnet. «Ich bin hochzufrieden, dass wir die letzte Hürde in diesem Tarifkonflikt genommen haben», sagte er am Sonntag in Berlin. Er rechne damit, dass auch die anderen Bahn- Gewerkschaften Tansnet und GDBA zustimmen und damit ein tragfähiges Tarifwerk zustandekomme, das alle Tarifbeschäftigten umfasse. Tiefensee bestätigte, dass er den Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Manfred Schell, und Bahnchef Hartmut Mehdorn am Samstag in sein Ministerium geladen habe. Dort sei nach mehreren Stunden die Einigung erzielt worden. Der Bund habe nicht direkt in die Verhandlungen eingegriffen, aber seine Rolle als Eigentümer der Bahn wahrgenommen. (AP/dpa)