netzeitung.deGDL entscheidet am Sonntag über neue Streiks

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Die Tarifverhandlungen sind an einem kritischen Punkt (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Tarifverhandlungen sind an einem kritischen Punkt
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Lokführergewerkschaft und Bahn bewerten den aktuellen Verhandlungstand völlig unterschiedlich. Das Angebot sei unzureichend, sagt die GDL. Die Bahn will die «vertretbaren Grenzen» erreicht haben.

Nach den neuen Schwierigkeiten bei den Bahn-Tarifverhandlungen entscheidet die Lokführergewerkschaft GDL am Sonntag über das weitere Vorgehen. Dabei seien Streiks nicht ausgeschlossen, sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am Freitag. Bis Sonntag werde es keine neuen Gespräche mit dem Bahn-Vorstand geben.

Der Gewerkschaftsvorsitzende Manfred Schell hatte am Donnerstagabend ein Scheitern der Tarifverhandlungen nicht ausgeschlossen. «Weder beim Entgelt noch bei der Arbeitszeit hat es eine Annäherung gegeben.»

Die Bahn bewertete die bisherigen Gespräche anders. Bahnchef Hartmut Mehdorn hält eine Tarifeinigung in der nächsten Woche für möglich. In «wesentlichen Punkten» sei bereits Einvernehmen erreicht worden, sagte Mehdorn am Freitag. So sei man sich beim lange umstrittenen Thema eines eigenständigen Tarifvertrags und neuer Entgeltstrukturen für Lokführer einig.

Mit der angebotenen Einkommenserhöhung von durchschnittlich elf Prozent bis 2009 sei der Konzern «bereits über die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen». Es gebe «also gute Gründe, auf eine baldige Einigung zu setzen». Die GDL hatte das Angebot am Donnerstag als unzureichend bezeichnet und ein Scheitern der Verhandlungen nicht ausgeschlossen.

Zwischen 7 und 15 Prozent mehr Einkommen
Das Angebot der Bahn sieht nach Unternehmensangaben Einkommensverbesserungen zwischen 7 und 15 Prozent im Rahmen einer neuen Entgeltstruktur vor. Im Schnitt seien dies Verbesserungen von elf Prozent. «Auf dieser Basis können wir uns weiterhin eine Einigung vorstellen», sagte Unternehmesprecher Uwe Herz.

Schell bezeichnete das Lohnangebot als unzureichend. Die Bahn lehne eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 41 auf 40 Stunden ab. GDL-Sprecherin Seibert wollte das Angebot am Freitag nicht kommentieren. «Wir liegen noch weit auseinander», sagte sie lediglich. Hauptvorstand und Tarifkommission der GDL kommen nun am Sonntag in Frankfurt am Main zusammen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

In den Verhandlungen haben GDL und Bahn bereits Einigkeit über einen eigenständigen Tarifvertrag erzielt, das war eine Hauptforderung der Lokführergewerkschaft in dem monatelangen Tarifkonflikt. (AP/dpa)