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Bahn bittet im Tarifstreit noch um «Geduld»

09. Jan 2008 15:43
Ein Lokführer besteigt einen Zug der Deutschen Bahn
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Die GDL erwartet schon am Donnerstag eine Tarifeinigung mit der Bahn, doch der Konzern dämpft die Erwartungen an einen schnellen Abschluss. Angeblich stehen die Eckpunkte bereits.

Über den konkreten Stand der Tarifverhandlungen schweigen Deutsche Bahn und die Lokführer-Gewerkschaft GDL beharrlich. Immerhin ließ GDL-Chef Manfred Schell am Dienstag die Bemerkung fallen, dass man bei der Bezahlung und einigen Punkten zur Arbeitszeit noch auseinander liege. Zugleich diktierte er Journalisten in die Feder, er gehe davon aus, «dass wir am Donnerstag alles in trockenen Tüchern haben».

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  • Doch bevor womöglich Euphorie über einen baldigen Tarifabschluss aufkommt, bremst auf Seiten des Konzerns Personalchefin Margret Suckale lieber. «Ich hoffe, dass man uns noch etwas Geduld entgegenbringt, auch in der Öffentlichkeit», sagte das Vorstandsmitglied am Mittwoch in Berlin. Es sei sehr schwer zu vermitteln, dass es sich um sehr komplizierte Gespräche handele.

    Sie sei dagegen, eine Einigung zu verkünden, die dann keinen Bestand habe, sagte Suckale. Deshalb lehnte sie es ab, sich auf einen Tag festzulegen, an dem eine Einigung über die Eckpunkte des Tarifvertrags bekannt gegeben wird. Die Details müssten ohnehin noch bis Ende des Monats ausverhandelt werden.

    Beide Seiten rechnen mal

    An diesem Donnerstag sollen die Verhandlungen an unbekanntem Ort fortgesetzt werden. Am Mittwoch wollten Tarifexperten von Bahn und GDL verschiedene Varianten einer Einkommenserhöhung für die Lokführer durchrechnen. Die GDL hatte zuletzt mindestens zehn Prozent mehr Einkommen gefordert, die Bahn ein Volumen von acht Prozent angeboten.

    Die Frage eines eigenständigen Tarifvertrages ist offenbar aber kein Streitpunkt mehr: Wie die «Frankfurter Rundschau» berichtete, haben sich GDL und Bahn auf die Grundzüge eines solchen Vertrags für die Lokführer verständigt. Demnach sollen die Lokführer einen von ihnen selbstständig auszuhandelnden «funktionsgruppenspezifischen Tarifvertrag» bekommen.

    Margret Suckale und GDL-Chef Manfred Schell
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    Er solle neben ähnlichen Verträgen für andere Berufsgruppen unter dem Dach eines Basistarifvertrags stehen, hieß es. Neben dem Entgelt solle der Lokführervertrag auch die Arbeitszeitbestimmungen zum Inhalt haben. Weder die Bahn noch die GDL wollten die Abmachung unter Hinweis auf das vereinbarte Stillschweigen bestätigen.

    Weitere Verhandlungen zur Entgeltstruktur

    Die «FR» berichtet unter Berufung auf Bahnkreise, dass die beiden Konkurrenz-Gewerkschaften Transnet und GDBA die spezifischen Abmachungen für die Lokführer wahrscheinlich nicht mit unterschreiben müssten. Ein «funktionsgruppenspezifischen Tarifvertrag» für die GDL würde sich in die Einigung einfügen, die Transnet und GDBA Ende November mit der Bahn erzielten.

    Danach soll es künftig einen für alle Beschäftigten gleichermaßen gültigen Basis-Tarifvertrag geben sowie mindestens sechs spezifische Zusatztarifverträge für einzelne Tätigkeitsgruppen. In diesen sollen Eingruppierung, Zulagen und Arbeitszeit festgeschrieben werden. Daher zeigte sich Bahn-Personalchefin Suckale am Mittwoch auch zuversichtlich, dass nach den Tarifgesprächen über die Lokführer in einigen Monaten auch die Verhandlungen über die Entgeltstruktur der restlichen Belegschaft abgeschlossen werden können. (nz/AP/dpa)

     
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