09. Jan 2008 11:14
Von Zuwendungen an Betriebsräte und Vergnügungen auf Firmenkosten habe er nichts gewusst, sagte der VW-Oberaufseher am Mittwoch vor dem Landgericht Braunschweig. Dort wird gegen Ex-Manager des Konzerns wegen Untreue verhandelt.
Piëch betonte außerdem, dass er für die Sonderbonuszahlungen an den früheren Betriebsratschef Klaus Volkert nicht verantwortlich gewesen sei. «Irgendwelche konkreten Zusagen zu Bezügen des Betriebsratsvorsitzenden Klaus Volkert habe ich zu keinem Zeitpunkt gemacht,» sagte er. Es könne lediglich sein, dass ihn VW-Personalchef Peter Hartz angesprochen habe, um Volkert wie einen leitenden Angestellten zu bezahlen. Mit Einzelheiten von Reisen von VW-Betriebsräten habe er sich nicht befasst, sagte Piëch weiter. Die Verwendung von Eigenbelegen zu unternehmensfremden Zwecken durch Volkert oder seinen Mitangeklagten Klaus-Joachim Gebauer sei ihm «zu keiner Zeit zur Kenntnis gelangt». Von der brasilianischen Geliebten Volkerts, die von VW-Honorarzahlungen erhielt, habe er nur durch Gerüchte erfahren, denen er nicht nachgegangen sei.Piëch musste erstmals als Zeuge vor Gericht zu der Affäre aussagen. Die Zuwendungen an VW-Betriebsräte begannen Mitte der 1990er Jahre und wurden 2005 bekannt. Piëch war von 1993 bis 2002 Vorstandsvorsitzender von Volkswagen. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Braunschweig will am Nachmittag auch den ehemaligen VW-Finanzvorstand Jens Neumann vernehmen. In dem Prozess um die Affäre muss sich Ex-Betriebsratschef Volkert wegen Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen und Verstößen gegen das Betriebsverfassungsgesetz verantworten. Mit ihm steht der ehemalige VW-Personalmanager Gebauer wegen Untreue in 40 Fällen und Anstiftung zum Betrug vor Gericht. (AP)