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Lokführer vertagen den Streik

06. Jan 2008 00:02
Am Montag werden sie mitgenommen: Bahnreisende
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Für Montag ist der Ausstand am Gleis abgewendet, doch am Dienstag verhandeln Bahn und Lokführergewerkschaft GDL weiter. Für den Fall, dass die Bahn beim Entgelt nicht nachlegt, droht ein weiterer Streik.

Der für kommende Woche angedrohte Bahnstreik ist vertagt: Das ist das Ergebnis der Geheimgespräche, über die Bahn und Lokomotivführergewerkschaft GDL am Samstag Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee unterrichteten. Beide Seiten wollen die Gespräche am Dienstag an einem geheimen Ort fortsetzten.

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GDL-Chef Manfred Schell hielt sich die Streikoption ausdrücklich offen, wenn die Bahn beim Entgelt nicht nachlege. Tiefensee räumte ein, dass die Entgeltfrage der ungelöste Hauptstreitpunkt sei. Aber die Gespräche hätten eine Dynamik erreicht, dass eine Lösung in dem seit zehn Monaten anhaltenden Tarifstreit «greifbar nahe» sei. «Man wird - im Bilde gesprochen - die Uhr anhalten,» sagte der SDP-Minister.

Auch Schell sagte nach seiner Rückkehr aus Berlin auf dem Flughafen Frankfurt/Main, nach Lage der Dinge gehe er nicht von einem Scheitern der Gespräche am Dienstag aus: «Es ist aber immer noch möglich, wenn die Bahn nicht beim Entgelt nachlegt.» Am Montag werde die GDL die bisherigen Angebote durchrechnen und sich damit auf die neue Gesprächsrunde vorbereiten. Ein Tarifvertrag solle bis Ende Januar erreicht werden.

Neue Streiks angedroht

Eine Lösung wurde dagegen beim zweiten Hauptstreitpunkt eines eigenständigen Tarifvertrages für die Lokführer gefunden. Schell nannte keine Details. Er sagte aber: «Wir sind absolut eigenständig. Wir sind für die Lokomotivführer zuständig.» Er bot für kommende Tarifrunden an, dass mit den beiden anderen Gewerkschaften gemeinsame Lohnforderungen erhoben werden.

Die GDL hatte für Montag mit erneuten Streiks gedroht, falls es bei den Gesprächen am Samstag zu keinem Ergebnis gekommen wäre. Tiefensee sagte, inzwischen sei er vorsichtig optimistisch, dass eine Lösung erreicht werde. Zwischen den beiden Konfliktparteien sei während der Gespräche in den Weihnachtferien genügend Vertrauen aufgebaut worden. Dazu habe er beitragen können. Er räumte ein, dass die Streikgefahr nicht endgültig gebannt sei. Das drücke allein das Bild von der angehaltenen Uhr aus.

Nicht auf Maximalforderung bestehen

Bahn und Lokführergewerkschaft GDL verhandelten am Samstag seit dem Vormittag. Schell hatte bereits am Freitag von einer deutlichen Annäherung in einigen Fragen gesprochen. Umstritten war zum Beispiel, ob Lokrangierführer auch zum personellen Geltungsbereich gehören oder ob die Altersversorgung für Lokführer gesondert geregelt werden soll. Wegen der neuen Tarifstruktur bei der Bahn, die spezifische Interessen von Berufsgruppen besser berücksichtigen soll, müssen die Einzelheiten später mit der Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA festgelegt werden.

Die Bahn hatte am 9. Juli 2007 mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA einen Tarifvertrag geschlossen. Danach erhalten die Beschäftigten 4,5 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 600 Euro. Der alte, auch für die GDL-Mitglieder vereinbarte Tarifvertrag lief Ende Juni 2007 ab. Die GDL hatte ursprünglich bis zu 31 Prozent verlangt, im Lauf der Verhandlungen aber erklärt, dass sie nicht auf der Maximalforderung bestehe. (AP)

 
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