Am Freitag hatten Verhandlungskreise klargestellt, dass es noch keinen fertigen Tarifvertrag geben könne, sondern bestenfalls einzelne Festlegungen. Wegen der neuen Tarifstruktur bei der Bahn, die spezifische Interessen von Berufsgruppen besser berücksichtigen soll, müssen die Einzelheiten später mit der Tarifgemeinschaft aus Transnet und GDBA festgelegt werden. Sollte doch ab Montag gestreikt werden, dann will die GDL Personen- und Güterverkehr lahmlegen. Befristet hatte sie den Ausstand bei ihrer Ankündigung nicht, sondern ein Ende von zufriedenstellendem Entgegenkommen der anderen Seite abhängig gemacht. Die Bahn hatte dagegen ein Schlichtungsverfahren gefordert. So etwas wird zwischen Tarifparteien normalerweise in einem gesonderten Vertrag geregelt. Das entsprechende Abkommen hatte die GDL jedoch gekündigt.
Die Bahn hatte am 9. Juli 2007 mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA einen Tarifvertrag geschlossen. Danach erhalten die Beschäftigten 4,5 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 600 Euro. Der alte, auch für die GDL-Mitglieder vereinbarte Tarifvertrag lief Ende Juni 2007 ab. Die GDL fordert eine Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde. Größter Streitpunkt ist jedoch ihre Forderung nach deutlich mehr Geld für die Lokomotivführer. Ursprünglich hatte sie bis zu 31 Prozent verlangt, im Lauf der Verhandlungen aber erklärt, dass sie nicht auf der Maximalforderung bestehe. (AP)