Deutsche Werften auf drei Jahre ausgebucht
01.01.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Containerschiff in der Anker-Werft in Wismar
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Volle Auftragsbücher lassen den Schiffbau zuversichtlich in die Zukunft blicken. Allerdings kritisiert der Verband, dass deutsche Reeder überwiegend im Ausland kauften.
Die deutschen Werften blicken zufrieden auf das Jahr 2007 und noch viel zuversichtlicher in die Zukunft. «Wir haben in den vergangenen drei Jahren einen Auftragszuwachs wie seit 1990 nicht mehr», sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Werner Lundt. Und für die nächsten dreieinhalb Jahre seien die Werften auch schon ausgebucht.
Bis Ende September dieses Jahres konnten die deutschen Werften Aufträge im Wert von insgesamt 14,7 Milliarden Euro akquirieren. Ende 2006 hatten die Aufträge laut VSM ein Gesamtvolumen von 13,4 Milliarden Euro. Ende 2005 waren es 11,11 Milliarden Euro, die Jahre zuvor nur einstellige Milliardenbeträge. Für die kommenden Jahre sieht es noch besser aus: Derzeit stehen 235 Schiffe in den Auftragsbüchern. «Damit sind die deutschen Werften im Durchschnitt für die nächsten dreieinhalb Jahre ausgelastet», sagte Lundt.
Platz vier hinter Korea, Japan, ChinaRund 70 Schiffe können durchschnittlich im Jahr abgearbeitet werden. Damit liegt Deutschland im Hinblick auf die Baukapazitäten im weltweiten Vergleich auf Platz vier hinter Marktführer Korea sowie Japan und China. Doch der Verband, in dem 57 Werften vertreten sind, betont, dass diese Zahlen die Schiffsbauer «nur zu dreiviertel glücklich» machen. Anders als in der Schifffahrt habe der Schiffbau seine Margen nicht verbessern können.
Zwar seien die Schiffspreise gestiegen, aber ebenso die Kosten für Energie und besonders für Materialien wie Stahl und Kupfer. «Der Preis für ein Schiff umfasst zu 70 bis 75 Prozent Materialkosten», erklärte Lundt. Außerdem belaste der schwache Dollar die deutschen Schiffbauern merklich: «Wir rechnen in Euro, aber die Schiffspreise orientieren sich am Dollar.»
Einkaufstour in Billig-LändernDer VSM-Geschäftsführer kritisierte, dass die deutschen Reeder ihre Schiffe überwiegend im Ausland - teilweise sogar in Billig-Ländern - bestellen. Nur rund 40 Prozent der in Deutschland gebauten Schiffe gingen ins eigene Land. «Die deutsche Schiffbauindustrie ist immer wieder gefordert, technologisch bessere Produkte zu entwickeln, damit die Reeder bei uns kaufen», sagte Lundt.
Das Portfolio der deutschen Werften ist immer stärker auf Spezialschiffe ausgerichtet. Vor allem Fährschiffe, Kreuzfahrtschiffe und Mega-Yachten aber auch Forschungsschiffe, Schlepper und Marineschiffe zählen dazu. (AP)