25.000 Anzeigen wegen Musik-Piraterie in 2007
25.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Laut Phonoindustrie enden die meisten Verfahren mit einer freiwilligen Zahlung von 500 bis 2.000 Euro von den angezeigten Musikpiraten. «Die Beweislage ist immer eindeutig, deshalb kommt es meist gar nicht erst zum Prozess», sagte Michalk. Er betont, den Musikfirmen gehe es nicht um kleine Fische, die etwa ein oder zwei Lieder aus dem Internet herunterladen.
«Wir verfolgen Leute, die hunderte Songs illegal in Umlauf gebracht haben», sagte der Sprecher der deutschen Musikindustrie. Nach wie vor betrage der Schaden durch Raubkopien und Internet-Piraterie rund eine Milliarde Euro pro Jahr. «Musikpiraterie ist nicht nur Diebstahl an den Musikern, sondern kostet auch Arbeitsplätze in der Industrie und im Vertrieb», klagte er. Damit wies er Vorwürfe zurück, die Musikindustrie betreibe «Abzocke» bei den Musikpiraten, indem sie teure Rechtsanwälte mit der Wahrung ihrer Interessen betraue.
Auch im laufenden Jahr musste die Branche wieder leichte Umsatzrückgänge einstecken, sagte Michalk, nannte aber keine Zahlen. Im Jahr 2006 hatte die Branche rund 1,7 Milliarden Euro umgesetzt, davon 85 Prozent über den Verkauf von CDs. Um 30 bis 40 Prozent zugenommen haben 2007 dagegen die Umsätze mit legalen Downloads aus dem Internet.
Damit setzte sich der Trend von 2006 fort, als die Download-Umsätze bereits einmal um rund 40 Prozent auf 42 Millionen Euro gestiegen waren. Um die Umsatzverluste aufzufangen, setzt die Branche immer mehr auf Zusatzgeschäfte: Verkauf von Eintrittskarten, Merchandising, Künstlermanagement. Außerdem werde der Hauptumsatzbringer, die CD, aufgewertet: «Die CD-Hüllen werden immer wertiger und es gibt mehr wertvolle Kombiprodukte aus Buch und CD.» (AP)

