19. Dez 2007 19:19
Die Gewerkschaft der Lokführer erklärte das Gespräch mit der Bahn für beendet. Ein Gipfeltreffen am Abend wurde abgesagt. Das könnte bedeuten, dass weitere Streiks drohen.
«Urplötzlich erklärte die GDL am frühen Nachmittag die Verhandlungen für beendet», berichtete Schumacher. «Das ist absolut nicht nachvollziehbar.» Warum GDL-Chef Manfred Schell das für den Abend vereinbarte Spitzengespräch der Chefs der drei Bahngewerkschaften Transnet, GDBA und GDL mit DB-Vorstandchef Hartmut Mehdorn kurzfristig abgesagt habe, «ist uns schlichtweg schleierhaft».GDL-Sprecherin Gerda Seibert wollte keine Informationen über eventuell drohende Streiks geben. Sie verwies für alle weiteren Informationen auf eine für Donnerstag angesetzte Pressekonferenz. In einer kurzen Erklärung vom Mittwochnachmittag wurde zwar das Wort «Scheitern» vermieden, es gab aber Informationen, dass ein förmliches, das Scheitern erklärendes Schreiben an den Bahnvorstand folgen werde. Damit hätte sich die GDL die Option des Streikens eröffnet.
In dem Spitzengespräch sollte ein Kooperationsabkommen zwischen den Gewerkschaften beraten werden, das diese verpflichtet, sich untereinander über die jeweils eigenständigen Tarifverträge abzustimmen. Über dieses Abkommen war in der vergangenen Woche Einverständnis erzielt worden. Nach einem damaligen Spitzengespräch hatte Schell persönlich in die Kameras gesagt, Streiks vor Weihnachten seien vom Tisch.
Die GDL und die Bahn, aber auch die Tarifgemeinschaft aus der Transnet und der Verkehrsgewerkschaft GDBA befanden sich seit 5. Dezember in Gesprächen über die Eckpunkte des eigenständigen Tarifvertrags für Lokführer und über die anderen Strukturelemente des neuen Tarifwerks für die rund 135.000 Bahnbeschäftigten. Am Dienstag hatten die Parteien auf Arbeitsebene mit dem Versuch begonnen, ihre Streitpunkte auszuräumen. (AP)