netzeitung.deEADS findet Käufer für Airbus in Bremen

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Zu verkaufen: EADS will sich von insgesamt sechs Airbus-Werken trennen. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zu verkaufen: EADS will sich von insgesamt sechs Airbus-Werken trennen.
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Beim geplanten Verkauf der Airbus-Werke in Varel, Nordenham und Augsburg hat sich der Konzern EADS für MT Aerospace als bevorzugten Bieter entschieden. Der Betriebsrat zeigt sich noch skeptisch.

Beim Verkauf der Airbus-Werke Nordenham und Varel sowie des EADS-Werks Augsburg zeichnet sich eine deutsche Lösung ab. Der Mutterkonzern EADS wählte am Mittwoch die MT Aerospace, die zum Bremer OHB-Konzern gehört, als bevorzugten Bieter aus, wie EADS mitteilte.

Die Verkaufsverhandlungen sollten nun möglichst schnell abgeschlossen werden, hieß es in einer Mitteilung. Die Werke könnten dann im Sommer übergeben werden. Bis zuletzt hatte auch der US-Zulieferer Spirit Aerosystems als Kandidat für den Kauf der Werke gegolten, der bevorzugte Kandidat von Airbus-Chef Thomas Enders. Vor allem die deutsche Eignerseite hatte sich aber gegen einen Verkauf an Spirit ausgesprochen, der mit dem Airbus-Erzrivalen Boeing eng kooperiert.
Airbus Deutschland: Lösung ideal
Die EADS will über ein Gemeinschaftsunternehmen zunächst mit einer «substanziellen Minderheitsbeteiligung» an den drei Standorten beteiligt bleiben. Insgesamt will sich der Konzern von Airbus-Werken in Europa mit 7400 Beschäftigten sowie von dem eigenen Augsburger Standort mit 2000 Mitarbeitern trennen.

Auf diesem Weg wolle man sich auf die Kernaufgaben konzentrieren, sagte EADS-Chef Louis Gallois. «Gleichzeitig kann EADS finanziell entlastet werden in Zeiten, in denen kostenintensive Programme und die Unsicherheit durch die Dollarschwäche zusammentreffen.» Bevorzugter Bieter für die französischen Standorte Méaulte und St. Nazaire Ville ist Latécoère, für Teile des Werks in Filton (Großbritannien) wurde GKN ausgewählt.

Nach Einschätzung von Airbus Deutschland ist die Zusammenarbeit mit der Bremer OHB eine ideale Lösung für die Werke in Varel, Nordenham und Augsburg. «Mit OHB haben wir einen hervorragenden Partner gefunden zur langfristigen Sicherung der Standorte und für die Entwicklung der A350», sagte der Sprecher von Airbus Deutschland, Tore Prang am Mittwoch.

Betriebsrat zurückhaltend
Auch MT Aerospace zeigte sich erfreut über den Zuschlag. «Wir freuen uns sehr, dass wir ausgewählt wurden. Wir haben hart dafür gekämpft», kommentierte Marco Fuchs, der Vorstandsvorsitzende der Muttergesellschaft OHB Technology. «Wir sind guter Dinge, dass wir die Verhandlungen zu einem positiven Abschluss führen werden», sagte Fuchs. Es sei schwer abzuschätzen, wie lange sie dauern würden.

Der Betriebsrat des Airbus-Werkes Nordenham reagierte derweil zurückhaltend auf den Zuschlag der zum Verkauf stehenden Werke an MT Aerospace. «Es wäre schön, wenn es eine deutsche Lösung gäbe. Aber ob das die große Lösung ist, müssen wir noch sehen», sagte Stefan Hajes, Mitglied des Betriebsrates Nordenham, der Nachrichtenagentur AP.

Der Belegschaft sei noch nicht damit geholfen, zu wissen, welcher Name künftig am Betriebstor stehe, sagte Hajes und fügte hinzu: «Für uns ist es wichtig, dass die Arbeit herkommt.» Prinzipiell sei die deutsche Lösung immer favorisiert worden - in der Hoffnung, dass die Regierung dann auch eher helfen würde. Dennoch sei die Haltung unter den Beschäftigten in Nordenham «auf alle Fälle erstmal abwartend». Die Mitarbeiter seien zu diesem Zeitpunkt sehr genervt. (nz/dpa/AP)