StudiVZ will aus Nutzerdaten Profit schlagen
14.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Derzeit werden die User per E-Mail über die geplante AGB-Änderung informiert, die Regelungen treten am 9. Januar 2008 in Kraft. Wer den neuen AGB dann nicht zugestimmt hat, muss draußen bleiben: Ihm bleibt der Zugang zu seinem Profil verwehrt. StudiVZ bestreitet aber, dass wie von der «Welt» behauptet Nutzerdaten an werbetreibende Unternehmen verkauft werden. Bei StudiVZ werde es «niemals eine optionale Freigabe der Userprofile an Dritte geben», erläutert die Plattform auf ihrer Website den Nutzern die künftigen AGB. Die Daten würden nicht an andere Unternehmen verkauft, betont Sprecher Dirk Hensen.
StudiVZ geriere sich künftig wie die Kundenkarten Payback oder HappyDigits, mit denen Einzelhandelsunternehmen das Kaufverhalten der Nutzer registrieren und verwerten können. «Der Knackpunkt ist aber: Die User von StudiVZ haben ihr 'Leben' dort unter ganz anderen Voraussetzungen begonnen», sagte Piltz. Wer sich für eine Payback-Karte entscheide, wisse was ihn erwartet. «Hier wird dagegen das erste Mal in so großem Rahmen ein Netzwerk verändert, das unter anderen Bedingungen gestartet ist.»
Die Konsequenz: Dem User müssen Dinge gezeigt werden, für die sie sich ohnehin interessieren. «Targeting» nennt das die Werbebranche. Dazu müssen die Unternehmen den User aber so gut wie möglich kennen. Plattformen wie StudiVZ helfen dabei.
Allerdings will die Studenten-Community das Ausspähen ihrer Mitglieder verhindern. Auf StudiVZ dürfen Unternehmen keine Profile einrichten, «die dazu dienen, Informationen auszulesen, zu speichern, zu bearbeiten, zu verändern, weiterzuleiten oder auf sonstige Weise zu missbrauchen», heißt es in der Ankündigung der AGB-Änderung.
Es bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen dies in der täglichen Praxis kontrolliert. Dass die Nutzer die Verwendung ihrer Daten nicht einfach hinnehmen, musste allerdings die US-Community-Plattform Facebook erleben. Die Pläne, mit spionartigen Werbemaßnahmen zu starten, hatten für heftige Proteste gesorgt, woraufhin das Management sein Vorhaben zusammenstrich und eine abgeschwächte Form des neuen Web-Marketingtools bekannt gab.

