Netzeitung Logo

 
DruckenVersenden
 

Neues Konfliktpotenzial im Bahnstreit

05. Dez 2007 20:06
Weitere Bremsen bei den Verhandlungen kann die Bahn im Moment nicht gebrauchen.
Bild vergrößern
Unterschiedliche Vorstellungen bei der Altersvorsorge sorgen für neue Konflikte im Bahnstreit. Die gestiegenen Umsätze der Bahn dürften den Lokführern dabei frischen Rückenwind geben.

Kurz nach der Einigung auf einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer zeichnen sich neue Konflikte ab: Während die Konkurrenzgewerkschaft Transnet die betriebliche Altersversorgung in einem gemeinsamen Basistarifvertrag festschreiben will, sprach sich der stellvertretende GDL-Vorsitzende Günther Kinscher am Mittwoch für deren Auslagerung in den eigenständigen Tarifvertrag der Lokführer aus.

Mehr in der Netzeitung:
  • Vorsichtiger Optimismus im Bahn-Tarifstreit 05. Dez 2007 10:33
  • Bis Januar keine Streiks bei der Bahn 04. Dez 2007 15:08, ergänzt 16:38
  • «Wir stellen uns vor, dass wir eine betriebliche Altersvorsorge in den spezifischen Tarifvertrag reinnehmen», sagte Kinscher der Nachrichtenagentur AP. Auch die Manteltarifbestimmungen seien Teil des eigenständigen Tarifvertrages für die Lokführer, auf den sich die Gewerkschaft und das Unternehmen geeinigt hatten. Über die Zuordnung der Tarifthemen zu den Manteltarifbestimmungen wollen Deutsche Bahn und GDL ab kommender Woche verhandeln.

    Im Basistarifvertrag könnten dagegen Fragen wie etwa Urlaubsbestimmungen geregelt werden, sagte Kinscher. GDL-Sprecherin Gerda Seibert äußerte sich vorsichtiger: Welche Details im Basis- und welche im spezifischen Lokführer-Tarifvertrag geregelt würden, müsse noch ausgehandelt werden.

    Transnet-Chef Norbert Hansen drohte, wenn die GDL auf eine eigene Regelung zur Altersversorgung bestehe, würden die Verhandlungen erneut scheitern. «Ich glaube nicht, dass der Arbeitgeber das mitmacht», sagte Hansen im Deutschlandradio. Damit würde die Tarifeinheit gesprengt und der betriebliche Frieden gefährdet, warnte er. «Ich glaube, dass das zum Scheitern führen wird.»

    Trotz Streiks: Umsatzsteigerung und möglicherweise Rekordgewinn

    Die Deutsche Bahn ließ am Mittwoch verlauten, das Unternehmen habe trotz des Arbeitskampfes seinen Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres um 5,3 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro gesteigert. Die Streiks der GDL hätten sich «dämpfend» ausgewirkt. Mehrere Zeitungen meldeten unter Berufung auf eine Mitteilung des Bahnvorstandes an den Aufsichtsrat, dass die Lokführerstreiks die Bahn 150 Millionen Euro gekostet hätten.

    Ein Bahnsprecher sagte dazu, bisher gebe es keine Schlussrechnung, deshalb sei eine Stellungnahme zu den Berichten nicht möglich. Trotz der Ausfälle ist den Zeitungsberichten zufolge 2007 erneut ein Rekordergebnis zu erwarten. Der Überschuss soll danach um 400 Millionen auf 1,64 Milliarden steigen. Bis 2012 peile das Unternehmen einen Gewinn von bis über zweieinhalb Milliarden Euro an. Die Bahn sagte, zu Vorschau- und Planungszahlen äußere sie sich prinzipiell nicht. (nz/AP)

     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
     
    Wirtschaftssysteme rund um den Globus: 
    Die Varianten des Kapitalismus
    Erwartungen an den Weltfinanzgipfel: 
    Große Runde, kleiner gemeinsamer Nenner
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
    Immobiliensuche
    Immobilien
    immonet
    Aus anderen Ressorts

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.