netzeitung.deNeues Konfliktpotenzial im Bahnstreit

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Weitere Bremsen bei den Verhandlungen kann die Bahn im Moment nicht gebrauchen. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Weitere Bremsen bei den Verhandlungen kann die Bahn im Moment nicht gebrauchen.
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Unterschiedliche Vorstellungen bei der Altersvorsorge sorgen für neue Konflikte im Bahnstreit. Die gestiegenen Umsätze der Bahn dürften den Lokführern dabei frischen Rückenwind geben.

Kurz nach der Einigung auf einen eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer zeichnen sich neue Konflikte ab: Während die Konkurrenzgewerkschaft Transnet die betriebliche Altersversorgung in einem gemeinsamen Basistarifvertrag festschreiben will, sprach sich der stellvertretende GDL-Vorsitzende Günther Kinscher am Mittwoch für deren Auslagerung in den eigenständigen Tarifvertrag der Lokführer aus.

«Wir stellen uns vor, dass wir eine betriebliche Altersvorsorge in den spezifischen Tarifvertrag reinnehmen», sagte Kinscher der Nachrichtenagentur AP. Auch die Manteltarifbestimmungen seien Teil des eigenständigen Tarifvertrages für die Lokführer, auf den sich die Gewerkschaft und das Unternehmen geeinigt hatten. Über die Zuordnung der Tarifthemen zu den Manteltarifbestimmungen wollen Deutsche Bahn und GDL ab kommender Woche verhandeln.

Im Basistarifvertrag könnten dagegen Fragen wie etwa Urlaubsbestimmungen geregelt werden, sagte Kinscher. GDL-Sprecherin Gerda Seibert äußerte sich vorsichtiger: Welche Details im Basis- und welche im spezifischen Lokführer-Tarifvertrag geregelt würden, müsse noch ausgehandelt werden.

Transnet-Chef Norbert Hansen drohte, wenn die GDL auf eine eigene Regelung zur Altersversorgung bestehe, würden die Verhandlungen erneut scheitern. «Ich glaube nicht, dass der Arbeitgeber das mitmacht», sagte Hansen im Deutschlandradio. Damit würde die Tarifeinheit gesprengt und der betriebliche Frieden gefährdet, warnte er. «Ich glaube, dass das zum Scheitern führen wird.»

Trotz Streiks: Umsatzsteigerung und möglicherweise Rekordgewinn
Die Deutsche Bahn ließ am Mittwoch verlauten, das Unternehmen habe trotz des Arbeitskampfes seinen Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres um 5,3 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro gesteigert. Die Streiks der GDL hätten sich «dämpfend» ausgewirkt. Mehrere Zeitungen meldeten unter Berufung auf eine Mitteilung des Bahnvorstandes an den Aufsichtsrat, dass die Lokführerstreiks die Bahn 150 Millionen Euro gekostet hätten.

Ein Bahnsprecher sagte dazu, bisher gebe es keine Schlussrechnung, deshalb sei eine Stellungnahme zu den Berichten nicht möglich. Trotz der Ausfälle ist den Zeitungsberichten zufolge 2007 erneut ein Rekordergebnis zu erwarten. Der Überschuss soll danach um 400 Millionen auf 1,64 Milliarden steigen. Bis 2012 peile das Unternehmen einen Gewinn von bis über zweieinhalb Milliarden Euro an. Die Bahn sagte, zu Vorschau- und Planungszahlen äußere sie sich prinzipiell nicht. (nz/AP)