Bahn und Lokführer verhandeln erneut04. Dez 2007 11:04, ergänzt 12:50  |  Vielleicht bald wieder vor bestreikter Lok: GDL-Chef Schell | Foto: AP |
|
Was ist ein «eigenständiger Tarifvertrag»? Lokführergewerkschaft und Bahn verhandeln am Dienstag über eine beide Seiten zufrieden stellende Definition. Sollte kein Kompromiss gefunden werden, droht Streik.
Die Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben ihre Tarifverhandlungen am Dienstag in Berlin wieder aufgenommen. Drei Stunden nach Beginn drang noch kein Signal der Einigung durch die Verhandlungstüren. Vor Beginn des Gesprächs in Berlin hatte sich der GDL-Vorsitzende Manfred Schell noch zuversichtlich gezeigt, dass die Gespräche am Vormittag beendet sein würden. Ob die Vorstellungen beider Seiten über den geforderten eigenständigen Tarifvertrag identisch sind, sei «im Augenblick noch zweifelhaft», sagte Schell am Morgen. Er wisse nicht, ob es eine Einigung mit der Bahn geben werde. Für den Fall des Scheiterns der Gespräche hat die GDL mit unbefristeten Streiks gedroht.
Bahnchef Hartmut Mehdorn äußerte sich vor dem Treffen in einem Hotel nahe der Bahn-Zentrale nicht. Beide Seiten waren in der Nacht auseinandergegangen, nachdem sie rund zehn Stunden lang nach Annäherungen gesucht hatten. Sollte keine Übereinstimmung erreicht werden, drohen neue Streiks im Schienenverkehr.
Die GDL hatte in der vergangenen Woche zunächst nur in eine einzige Verhandlungsrunde eingewilligt, um die ungelöste Streitfrage des eigenständigen Tarifvertrags zu klären. Sie versteht darunter, Regelungen zu Einkommen und Arbeitszeit vollkommen unabhängig von den beiden größeren Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA verhandeln zu können. Die Bahn ist nur unter Vorbedingungen zu einem eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer bereit. Sie besteht vor allem darauf, dass sich die Gewerkschaften untereinander in Lohnfragen abstimmen. (nz/dpa/AP)
|