netzeitung.deNeue Köpfe für Siemens-Aufsichtsrat

 Herausgeber: netzeitung.de

Siemens-Hauptzentrale in München (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Siemens-Hauptzentrale in München
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Nach der Umbesetzung des Vorstands wird Siemens im Zuge eines Umbaus auch den Aufsichtsrat neu aufstellen. Sechs Männer und eine Frau stehen im Januar zur Wahl - darunter der MAN- und der Allianz-Chef.

Der Umbau beim Siemens-Konzern geht weiter: Nach der Verkleinerung des Vorstands soll nun auch der Aufsichtsrat des Elektrokonzerns neu geordnet werden. Sechs Männer und eine Frau stehen bei der Hauptversammlung im Januar auf der Kapitalseite für das Aufsichtsgremium neu zur Wahl. So sollen Allianz-Chef Michael Diekmann, MAN-Chef Hakan Samuelsson und der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, zukünftig dem Gremium angehören, wie aus der am Montag veröffentlichten Tagesordnung zur Hauptversammlung hervorgeht.

Als Neuzugänge werden den Aktionären außerdem zur Wahl vorgeschlagen: die Chefin des Maschinenbauers Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller, der Ex-E.ON-Finanzvorstand Manager Hans Michael Gaul und der Chef des französischen Konzerns Saint-Gobain, Jean-Louis Beffa. Als Aufsichtsratsvertreter der Familie Siemens soll der Berliner Siemens-Konzernstatthalter Gerd von Brandenstein neu in das Gremium einziehen.

Der letzte Namensträger der Gründerfamilie geht
Für die Neuzugänge sollen langjährige Aufsichtsratsmitglieder ausscheiden. Darunter auch Peter von Siemens, der Ururenkel des Konzerngründers Werner von Siemens und der letzte im Aufsichtsrat aktive Namensträger der Gründerfamilie. Ebenso stehen Ex-Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle und der ehemalige HypoVereinsbank-Chef Albrecht Schmidt nicht mehr für das 20-köpfige Gremium zur Wahl. Die Hälfte des Aufsichtsrats wird von Arbeitnehmervertretern besetzt.

Wirtschaftsprüfer-Position wird neu ausgeschrieben
Wie aus der Tagesordnung zur Hauptversammlung weiter hervorgeht, will Siemens für das kommende Geschäftsjahr 2008/09 die Wirtschaftsprüfer-Position neu ausschreiben. Bisher hatte die Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG die Siemens-Bilanzen kontrolliert, sie geriet aber auf Grund des milliardenschweren Schmiergeldskandals in dem Konzern beim Aufsichtsrat und Aktionären in die Kritik. Im laufenden Geschäftsjahr soll KPMG weiter die Wirtschaftsprüfung bei Siemens machen, wie aus der Tagesordnung hervorgeht. Bisher hätten sich aus den Ermittlungen keine Zweifel an der Qualität der Abschlussprüfung durch KPMG ergeben, hieß es. «Der Ablauf und die Ergebnisse der noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen werden fortlaufend und aufmerksam beobachtet», hieß es aber weiter.

Ex-Vorstand Feldmayer soll nicht entlastet werden
Auf der Hauptversammlung wird den Aktionären auch vorgeschlagen, die Entlastung des Ex-Siemens-Vorstandes Johannes Feldmayer zu verschieben. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit millionenschweren verdeckten Zahlungen an die Alternativ-Gewerkschaft AUB. Der neue Siemens-Chef Peter Löscher will den von Skandalen gebeutelten Konzern umbauen und schließt einen größeren Stellenabbau nicht aus. Allein im Rahmen der Neuorganisation sollen bis zum Jahr 2010 bis zu 1,4 Milliarden Euro bei Verwaltung und Vertrieb eingespart werden. Der Siemens-Aufsichtsrat hatte am Mittwoch Löschers Plänen zugestimmt, die rund 60 Siemens-Geschäftsbereiche unter den drei neuen Kernsparten Energie, Industrie und Gesundheit zu gliedern. (AP)