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Starker Euro zwingt EADS nach China

26. Nov 2007 17:28
Gallois: Wir müssen Teile unserer Produktion in die Dollar-Zone verlagern.
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EADS will fünf Prozent des künftigen Airbus A350 in China fertigen. Das neue Flugzeugmodell soll auch zusammen mit den Chinesen entwickelt werden.

Wegen des Euro-Höhenfluges beschleunigt der Airbus-Mutterkonzern EADS die Verlagerung der Flugzeugproduktion in Länder außerhalb Europas. Am Montag unterzeichnete EADS eine Absichtserklärung mit der chinesischen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC), wonach fünf Prozent des Zukunftsjets A350 in China gefertigt werden sollen. Zusätzliche Werksverkäufe in Europa seien derzeit nicht vorgesehen, sagte Konzernchef Louis Gallois. Ob mehr als die bereits beschlossenen 10.000 Stellen bei Airbus gestrichen werden, ließ er in einem Interview offen. «Wenn der Dollar-Kurs so wie jetzt bleibt, werden wir Teile unseres Produktions- und Zuliefererbereichs in die Dollar-Zone verlagern müssen», sagte Gallois der Zeitung «Die Welt». «Das wird unsere europäische Technologie-Basis treffen und auch unsere Zulieferer. Das gefährdet ernsthaft europäische High-Tech-Branchen. Aber wir haben möglicherweise keine andere Wahl.»

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Die Zusammenarbeit mit China betreffe sowohl Entwicklung als auch den Bau des A350, hieß es in einer Airbus-Erklärung. Man wolle fünf Prozent der Flugzeugzelle in dem Land herstellen lassen. Auch eine mögliche Zusammenarbeit für Zukunftsprogramme wolle man mit der NDRC vorbereiten. Mit dem chinesischen Luftfahrtunternehmen AVIC II einigte sich EADS darüberhinaus auf einen Rahmenvertrag für den Bau eines gemeinsamen Werkes in der Stadt Harbin, in dem ab 2009 Kunststoff für den A350 hergestellt werden soll.

Neben China baut EADS sein Engagement insbesondere in den USA aus. «Wir produzieren dort bereits Helikopter, und wenn wir einen Auftrag für Tanker-Flugzeuge bekommen, werden wir ein Werk in Alabama errichten, das könnte sich fortsetzen», zitierte «Die Welt» Gallois.

Vorentscheidung im Ringen um deutsche Airbus-Werke?

Im Rahmen des Sparprogramms Power 8 trennt sich Airbus von acht Werken in Europa. «Wir werden keine weiteren Werke verkaufen, da das ja gar keinen Einfluss auf die Dollar-Problematik hätte», sagte der EADS-Chef in dem Zeitungsinterview. Er wies Berichte zurück, man habe sich bereits auf einen Käufer für die deutschen Standorte Varel, Nordenham und Augsburg festgelegt. «Es gibt noch keine Entscheidung.»

Die französische Zeitung «Les Echos» schrieb am Montag, der US-Bieter Spirit sei im Vorteil gegenüber dem deutschen Interessenten OHB Technology aus Bremen. Spirit sei mit einem mehr als zehn Mal höheren Umsatz potenter und baue für Boeing bereits Kunststoffteile für den B787, wodurch es technologisch bestens vorbereitet für den Einstieg in die A350-Produktion bei Airbus sei. Zudem sitze das US-Unternehmen bereits im Dollarraum.

Über eine derartige Präferenz «ist uns nichts bekannt», sagte dazu der Betriebsratschef des Augsburger EADS-Werkes, Peter Schönfelder. Für Mittwoch sei eine Protestkundgebung vor dem Werk geplant, «weil wir in all den Sachen zu wenig eingebunden sind». Anlass der Auslagerungen bei Airbus ist der starke Euro. Beim derzeitigen Kurs von bis zu 1,50 Dollar müssten «mathematisch gesehen mehr als 1,5 Milliarden» zusätzlich zu den im Power-8-Programm vorgesehenen Kürzungen eingespart werden, sagte Gallois. Deswegen werde das Kostensenkungsprogramm verstärkt. Power 8 sieht den Abbau von 10.000 Jobs bis 2010 vor. Auf die Frage, ob es mehr werden, sagte Gallois: «Mehr Stellenstreichungen sind nicht immer die Lösung. Wir sind ja voll ausgelastet und müssen zusehen, dass wir unsere Flugzeuge ausliefern.» (AP)

 
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