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RWE investiert in die Windkraft

21. Nov 2007 18:12
Fritz Vahrenholt erläuterte am Mittwoch in Essen die Windkraft-Pläne von RWE.
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Für den Stromriesen sind Erneuerbare Energien «keine grüne Spielwiese» mehr. Chef der neuen Tochter «RWE Innogy» wird Hamburgs Ex-Umweltsenator Vahrenholt. Er sieht in Windkraft einen potenziellen «Billigmacher».

Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE will künftig jedes Jahr mindestens eine Milliarde Euro in Erneuerbare Energien investieren. Der neue Konzernchef Jürgen Großmann sagte am Mittwoch, RWE wolle dadurch den Anteil von Windkraft, Wasserkraft und Biomasse an der Energieproduktion des Unternehmens bis 2020 von derzeit fünf auf über 20 Prozent erhöhen.

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Der Ausbau der Erneuerbaren Energien sei eine «richtungsweisende Entscheidung» für RWE, betonte Großmann. Dabei gehe es sowohl um klimaschonende Energieversorgung als auch um die gesellschaftliche Akzeptanz und die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens. Bisher produziert der Konzern seinen Strom ganz überwiegend aus Kohle und Kernkraft. Dies steht im Widerspruch zu den Plänen der EU, den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergiebedarf bis 2020 auf 20 Prozent zu steigern.

Windparks vor der deutschen Küste

Der Ruhr-Konzern startet seine Aufholjagd spät. Große Konkurrenten wie der spanische Stromkonzern Iberdrola und der deutsche Marktführer Eon haben längst begonnen, ihr Standbein bei regenerativen Energien zu stärken. Dadurch sind die Preise, die zum Beispiel für Erzeuger von Windenergie gezahlt werden, bereits deutlich in die Höhe geschossen. RWE will deshalb nicht in erster Linie durch Zukäufe wachsen, sondern durch Investitionen in neue Anlagen – etwa in Windparks in Großbritannien, Spanien oder vor der deutschen Küste.

Die Aktivitäten des Stromriesen im Bereich Erneuerbare Energien werden in der neuen Gesellschaft «RWE Innogy» zusammengefasst, die am 1. Februar 2008 an den Start gehen soll. Sitz des Unternehmens ist Essen. Chef der neuen Führungsgesellschaft wird der frühere Vorstandsvorsitzende des Windkraftanlagen-Herstellers Repower Systems, Fritz Vahrenholt. Der Manager betonte, wichtigste Aufgabe der neuen RWE-Tochter sei der Ausbau der Windkraft. Vahrenholt rechnet damit, dass diese Energie bis 2012 ohne Subventionen wettbewerbsfähig sein wird.

«Billigmacher im Strommix»

«Wir stehen in den nächsten zehn Jahren angesichts des Energiehungers in China, Indien und Brasilien vor dramatischen Energiepreissteigerungen», erklärte der ehemalige Hamburger Umweltsenator. Windkraft könne zum «Billigmacher im Strommix» werden. Mit dem geplanten Investitionsvolumen will der Konzern seine Kapazitäten bei der Erzeugung von regenerativer Energie jährlich um etwa 750 Megawatt ausbauen. Bisher sind es nur 1.500 Megawatt. Damit erzielte RWE einen Umsatz von etwa 400 Millionen Euro.

Auch in den Bereichen Wasserkraft und Biomasse will RWE stärker aktiv werden. Außerdem werde sich der Konzern intensiv mit Solar- und Geothermie sowie mit Wellen- und Gezeitenkraftwerken beschäftigen, kündigte Vahrenholt an. Ausdrücklich bekräftigte der Manager, dass RWE Innogy nach den gleichen Kriterien wie alle anderen RWE-Töchter geführt werde und entsprechende Renditen erzielen wolle: «Das ist keine grüne Spielwiese. Unsere Aktivitäten müssen Wert schaffen, das ist oberste Priorität.» (AP)

 
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