Auch in Krisenzeiten Rekordboni für Banker
19.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Rein rechnerisch zahlen die fünf größten Investmentbanken 201.500 Dollar je Mitarbeiter - mehr als das Vierfache des durchschnittlichen Haushaltseinkommens in den USA. Insgesamt arbeiten rund 186.000 Beschäftigte für Goldman Sachs, Morgan Stanley, Merrill Lynch, Lehman Brothers und Bear Stearns. Mit teils zweistelligen Millionensummen streichen die Chefs und die Top-Broker der Banken allerdings am meisten ein.
Besonders der weltweite Branchenführer Goldman Sachs hat die Kreditkrise bislang gut überstanden und erwartet für 2007 einen Rekordgewinn. Dies bringt die Wettbewerber unter Zugzwang: Sind sie bei den Boni zu knausrig, wechseln gute Mitarbeiter schnell zur Konkurrenz. Dennoch kündigte der designierte Chef der besonders von der Kreditkrise gebeutelten Bank Merrill Lynch, John Thain, eine strikt leistungsbezogene Bezahlung an: Wer am Rekordverlust der Bank schuld sei, werde entsprechend bestraft. Erst vor wenigen Wochen musste Thains Vorgänger, Stan O'Neal, die Bank wegen Milliarden-Abschreibungen verlassen.
Rund 50 Prozent der Umsätze der Investmentbanken fließen in der Regel in Gehälter und Boni. Die Prämien machen im Schnitt etwa 60 Prozent des Jahressalärs aus - können aber leicht auch ein Vielfaches des Festgehalts betragen. Im Unterschied zu den Vorjahren werden diesmal Experten zufolge 70 Prozent oder mehr der Prämiensummen in Aktien statt Bargeld ausgezahlt - üblich war sonst rund die Hälfte. (dpa)

