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Auch in Krisenzeiten Rekordboni für Banker

19. Nov 2007 15:17
In der Wall Street befindet sich die New York Stock Exchange
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Trotz Kreditkrise haben Broker und Banker an der Wall Street keinen Grund zur Klage: Die fünf größten US-Investmentbanken zahlen Mitarbeiter-Prämien von insgesamt fast 40 Milliarden Dollar.

Trotz Abschreibungen in Milliardenhöhe wegen der Kreditkrise schütten die großen US-Investmentbanken in diesem Jahr Rekordboni aus. Die Mitarbeiterprämien der fünf führenden Firmen summieren sich auf den Spitzenwert von 38 Milliarden Dollar oder umgerechnet 26 Milliarden Euro, wie die Finanzdatenagentur Bloomberg errechnete. Am spendabelsten ist erneut Goldman Sachs. Für die Aktionäre ist 2007 dagegen ein weit weniger erfolgreiches Jahr: Durch den Absturz der Wall Street-Firmen an der Börse verloren sie mindestens 74 Milliarden Dollar.

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Der Grund für die überraschend hohen Boni: Im Gegensatz zum krisengeschüttelten Kredit- und Anleihenbereich liefen die Geschäfte mit Fusionen und Übernahmen sowie Börsengängen trotz einer Abschwächung im zweiten Halbjahr insgesamt bestens. Die Prämien werden daher je nach Arbeitsgebiet pro Banker äußerst unterschiedlich ausfallen. Für die Mitarbeiter in den Problemsparten erwarten Vergütungsexperten einen Rückgang der Boni um bis zu 20 Prozent.

Rein rechnerisch zahlen die fünf größten Investmentbanken 201.500 Dollar je Mitarbeiter - mehr als das Vierfache des durchschnittlichen Haushaltseinkommens in den USA. Insgesamt arbeiten rund 186.000 Beschäftigte für Goldman Sachs, Morgan Stanley, Merrill Lynch, Lehman Brothers und Bear Stearns. Mit teils zweistelligen Millionensummen streichen die Chefs und die Top-Broker der Banken allerdings am meisten ein.

Besonders der weltweite Branchenführer Goldman Sachs hat die Kreditkrise bislang gut überstanden und erwartet für 2007 einen Rekordgewinn. Dies bringt die Wettbewerber unter Zugzwang: Sind sie bei den Boni zu knausrig, wechseln gute Mitarbeiter schnell zur Konkurrenz. Dennoch kündigte der designierte Chef der besonders von der Kreditkrise gebeutelten Bank Merrill Lynch, John Thain, eine strikt leistungsbezogene Bezahlung an: Wer am Rekordverlust der Bank schuld sei, werde entsprechend bestraft. Erst vor wenigen Wochen musste Thains Vorgänger, Stan O'Neal, die Bank wegen Milliarden-Abschreibungen verlassen.

Rund 50 Prozent der Umsätze der Investmentbanken fließen in der Regel in Gehälter und Boni. Die Prämien machen im Schnitt etwa 60 Prozent des Jahressalärs aus - können aber leicht auch ein Vielfaches des Festgehalts betragen. Im Unterschied zu den Vorjahren werden diesmal Experten zufolge 70 Prozent oder mehr der Prämiensummen in Aktien statt Bargeld ausgezahlt - üblich war sonst rund die Hälfte. (dpa)

 
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