Zunehmende Kritik am Bahnstreik
18.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wartet derweil mit Zahlen auf. Der Streik habe bislang einen Schaden von mehr als 74 Millionen Euro verursacht. Der volkswirtschaftliche Schaden könne im Höchstfall sogar bis zu 113 Millionen Euro betragen, berechnete DIW-Verkehrsexpertin Claudia Kemfert nach Angaben der «Bild am Sonntag». Allein der Schaden des 62-Stunden-Streiks im Güterverkehr betrage zwischen 54 und 80 Millionen Euro, der des jüngsten Arbeitskampfs im Personenverkehr zwischen 5 und 10 Millionen Euro.
Die Lokführergewerkschaft GDL erwartet bis Montag ein Angebot von der Bahn, wie der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Claus Weselsky laut der Zeitung bekräftigte. Das Angebot müsse über die mit den anderen beiden Bahn-Gewerkschaften vereinbarten 4,5 Prozent mehr Lohn hinausgehen, ansonsten gebe es keine Verhandlungen, sagte Weselsky laut der Zeitung.
«Wir als Vermarkter von Bahn.de sind also eher Nutznießer der derzeitigen Lage», so Rasmus Giese, Geschäftsführer des Hamburger Online-Vermarkters Orangemedia. Das Gleiche gilt für die Deutsche Bahn. Die Bahnfahrer nutzen insbesondere die Seiten mit Streikinformationen wie Ersatzfahrpläne und Streikkarte sowie die aktuellen Ankunfts- und Abfahrtspläne. Einige Werbekunden hätten aufgrund der aktuellen Situation ihre Investitionen für laufende Kampagnen sogar ausgeweitet, berichtet der Vermarkter.
Die Website «Bahn.de» verzeichne jeden Monat nach Angaben des Vermarkters rund 60 Millionen Besucher. Diese rufen rund 250 Millionen Seiten auf. Damit gehört die Website der Deutschen Bahn zu den meist besuchten Reise-, Informations- und Mobilitätsportalen Europas sowie zu den reichweitenstärksten Online-Werbeträgern Deutschlands. (nz/ AP)

