netzeitung.deNyse-Chef wechselt an Spitze von Merrill Lynch

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John Thain (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe John Thain
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Personalkarussell an der Wall Street: Die krisengeschüttelte Investmentbank Merrill Lynch hat den bisherigen Chef der New Yorker Börse an ihre Spitze berufen.

Nach den Turbulenzen im Gefolge der US-Immobilienkrise hat die weltgrößte Investmentfirma Merrill Lynch den bisherigen Chef der New Yorker Börse, John Thain, engagiert. Damit folgt er Stan O'Neal, der vor zwei Wochen seinen Rücktritt erklären musste. Dies gaben die Unternehmen am Mittwochabend nach US-Börsenschluss in New York bekannt.

Der 52-Jährige Thain tritt sein Amt schon zum 1. Dezember an. Er wird zugleich Vorsitzender des Verwaltungsrates. Den Chefsessel beim weltgrößten Börsenbetreiber Nyse-Euronext räumt er sofort für den 48-jährigen Duncan Niederauer, der bisher für das operative Tagesgeschäft zuständig ist.

O'Neal hatte Ende Oktober seinen Hut nehmen müssen. Hintergrund waren milliardenschwere Rekordabschreibungen der Bank infolge der Kreditkrise, die zu einem Quartalsverlust von 2,24 Milliarden Dollar geführt hatten, dem höchsten Quartalsverlust in der 93-jährigen Geschichte des Unternehmens.

Thain hat sich als langjähriger Manager bei der Investmentbank Goldman Sachs einen Namen gemacht. Er war auch im Gespräch für den ebenfalls vakanten Spitzenjob beim größte US-Finanzkonzern Citigroup. In seiner Amtszeit seit Januar 2004 hat Thain die Nyse zu einem weltweiten Konzern ausgebaut und selbst an die Börse gebracht. Sein größter Erfolg war die diesjährige Fusion mit der europäischen Mehrländerbörse Euronext, bei der er die Deutsche Börse ausstach.

Der neue Nyse-Chef Niederauer kam erst im April zu dem Börsenbetreiber. Zuvor war der erfahrene Broker bei Goldman Sachs in führender Position für den elektronischen Aktienhandel zuständig. Analyst Rob Rutschow von der Deutsche Bank Securities bewertete den Wechsel von Thain als einen schweren Schlag für die Börse. Mit Niederauer zeichne sich aber eine Rückkehr zum klassischen Börsenverständnis der Plattform für den Aktienhandel ab. (nz/dpa/AP)