08.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Siemens-Chef Peter Löscher
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Korruptions-Affäre hat in der Bilanz von Siemens bisher kaum Spuren hinterlassen: Umsatz und Gewinn legten im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich zu - das soll auch so bleiben, verspricht Konzernchef Löscher.
Trotz des Schmiergeld-Skandals hat Siemens die Gewinne im vergangenen Geschäftsjahr deutlich gesteigert. «Wir haben unser Geschäft weltweit ausgebaut», sagte Siemens-Chef Peter Löscher am Donnerstag in München bei Vorlage der Jahresbilanz. Demnach stieg der Gewinn nach Steuern um 21 Prozent auf mehr als vier Milliarden Euro. Das Ergebnis der Bereiche wuchs im fortgeführten Geschäft sogar um 70 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro. Im vierten Quartal musste Siemens allerdings wegen diverser Sondereffekte - unter anderem wegen der Schmiergeldaffäre und des VDO-Verkaufs - einen leichten Nettoverlust ausweisen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Siemens-Konzern in die größte Krise seiner Unternehmensgeschichte geschlittert. In den vergangenen Jahren sollen immense Summen in schwarze Kassen geflossen und im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden sein. Zudem wird dem Konzern vorgeworfen, die Arbeitnehmerorganisation AUB mit Schmiergeld als Gegenorganisation zur IG Metall aufgebaut zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen ehemalige Top- Manager des Konzerns, die erste Anklage ist bereits erhoben.
Wie das Unternehmen weiter mitteilte, legte der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um neun Prozent auf knapp 72,5 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang wuchs um zwölf Prozent auf knapp 84 Milliarden Euro. An der erfolgreichen Entwicklung sollen auch die Aktionäre beteiligt werden: Die Dividende für 2006/2007 soll um 15 Cent auf 1,60 Euro je Aktie aufgestockt werden.
Siemens erwartet kräftiges Wachstum Der Vorstandsvorsitzende gibt sich denn auch für die Zukunft zuversichtlich: «Unser operatives Ergebnis soll mindestens doppelt so schnell wachsen wie unser Geschäftsvolumen», kündigte Löscher an. Bei Umsatz und Auftragseingang wolle das Unternehmen doppelt so schnell wachsen wie die Weltwirtschaft.
«Siemens ist dafür auf den Wachstumsmärkten für Industrie-, Energie- und Gesundheitslösungen hervorragend aufgestellt.» Der Konzern, der derzeit in ein knappes Dutzend Bereiche gegliedert ist, soll künftig auf diesen drei Säulen ruhen. Die entsprechenden Beschlüsse für die Umstrukturierung sollen Ende November fallen. (dpa)