Neben der Geldbuße muss sich Siemens auf Steuernachzahlungen und möglicherweise auch auf eine harte Bestrafung durch die US- Börsenaufsicht SEC einstellen. Zudem kostet die Affäre immense Summen an Beraterhonoraren. Allein für das Geschäftsjahr 2007 bezifferte das Unternehmen die Kosten für externe Berater für Untersuchungen und Anti-Korruptionsmaßnahmen auf 347 Millionen Euro.Der neue Siemens-Chef Peter Löscher kündigte an, das Vorgehen gegen unsaubere Methoden noch einmal zu verschärfen. Künftig werde Siemens jedes Jahr bekannt geben, wie viele Mitglieder wegen Verstößen gegen interne Richtlinien abgemahnt oder entlassen würden. Im vergangenen Jahr habe sich Siemens sich von über 150 Mitarbeitern getrennt, über 300 seien abgemahnt oder verwarnt worden. Bei 14 Prozent aller Fälle seien Korruption oder Verstöße gegen das Kartellrecht nachgewiesen worden, bei einem Viertel Untreue oder Betrug. Der Rest habe gegen interne Richtlinien verstoßen.
Um die Aufklärung der Affäre voranzutreiben, hatte Siemens den Mitarbeitern zuletzt ein Amnestie-Angebot gemacht: Wer sich bis Ende Januar freiwillig meldet und Verstöße gegen das Verbot der Korruption im öffentlichen Sektor eingesteht, muss nicht mit einer Entlassung oder Schadenersatzforderungen von Seiten des Konzerns rechnen. (dpa/AP)