Mehdorn bittet Merkel um Hilfe
03.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Ziel müsse es sein, dass in einem Betrieb immer nur die Bestimmungen eines Tarifvertrages anwendbar sein sollen. Andernfalls könne die in Deutschland seit Jahrzehnten bewährte Sozialpartnerschaft und damit ein bedeutender Standortvorteil Schaden nehmen.
Betroffene Unternehmen könnten angesichts einer unklaren Haltung der Politik und einer nicht eindeutigen Rechtslage «gegenwärtig nicht vernünftig verhandeln», hieß es weiter. Das führe zu «unnötigen Streiks, da keine Partei eine mögliche Rechtsposition abgeben kann und will».
Erwartungsgemäß begrüßten mehrere Spartengewerkschaften das Chemnitzer Urteil. So hält der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, den Spruch für folgerichtig und gut. «Hoffentlich macht die GDL etwas daraus», sagte Montgomery der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse». Zufrieden zeigte sich auch Konrad Freiberg, der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP): «Gott sei Dank, eine Entscheidung für das Streikrecht.»
Auch die mit der GDL konkurrierende Eisenbahnergewerkschaft Transnet begrüßte das Urteil, kritisierte aber erneut den Kurs der Lokführer im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn. Transnet-Chef Norbert Hansen sagte laut Vorabmitteilung des «Focus», die Richter hätten mit ihrem Urteil die Arbeitnehmerrechte in Deutschland unterstrichen. «Ungeachtet dessen bleibt der Kurs der GDL falsch. Ihre Forderungen spalten die Belegschaft.»
Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte die GDL indes auf, ihren Arbeitskampf nach dem Sieg vor Gericht auf den Güterverkehr zu konzentrieren und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. «Die GDL sollte unverzüglich dazu übergehen, die Fahrgäste so weit es geht in Ruhe zu lassen», sagte Pro-Bahn-Chef Karl-Peter Naumann der «Neuen Presse». Auf Streiks im Regionalverkehr solle die Gewerkschaft vollständig verzichten. Im Fernverkehr hält Naumann Streiks für unumgänglich, wenn die GDL den Druck auf die Deutsche Bahn erhöhen wolle. (AP)

