02.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der neue Siemens-Chef will höhere Renditeziele vorgeben.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Schon Löschers Vorgänger Kleinfeld hatte die Renditeziele im Frühjahr angehoben - jetzt will der neue Siemens-Chef die Konzernsparten noch rentabler machen. Dazu soll die Zahl der Stellen gekappt werden.
Der neue Siemens-Chef Peter Löscher will dem Konzern offenbar höhere Renditeziele vorgeben und dazu Tausende von Stellen streichen. Wie die «Financial Times Deutschland» berichtete, plant Löscher, die Gehälter von Topmanagern stärker als bisher an das Erreichen der Ziele zu koppeln.
Die Vorgaben sollen sich dabei an den größten Rivalen wie General Electric (GE) oder ABB orientieren. Ein Siemens-Sprecher sagte, zu Spekulationen äußere sich das Unternehmen nicht. Dass Löscher zu den rentableren Wettbewerbern aufschließen will, hatte er bereits deutlich gemacht. Er war von 2004 bis 2006 selbst Chef der Gesundheitssparte von GE und kennt die erreichbaren Renditen.
Zuletzt hatte Löschers Vorgänger Klaus Kleinfeld die Ziele im April zur Halbjahresbilanz angehoben. Die zehn Bereiche haben dabei im Rahmen des «Fit for 2010»-Programms Vorgaben zwischen fünf und 15 Prozent bei der Ebit-Marge erhalten.
Diese Ziele werden allerdings über kurz oder lang hinfällig mit dem Umbau des Konzerns, der im Januar beginnen soll. Dann werden die Bereiche in ihrer heutigen Form aufgelöst und in drei sogenannte Sektoren Energie, Industrie und Gesundheit überführt, die wiederum in Sparten untergliedert werden. Bislang ist aber unklar, wie der genaue Zuschnitt aussehen soll.
Hohe PersonalfluktuationWie die «FTD» schreibt, sehen die geplanten Sparmaßnahmen unter anderem vor, dass das mittlere Management ausgedünnt wird. Das Blatt zitiert Analystenschätzungen, nach denen in den kommenden Jahren bis zu 10.000 Stellen wegfallen sollen. Branchenkenner halten dies angesichts der geplanten Neuordnung und Zusammenlegung von Bereichen durchaus für möglich, geben allerdings zu bedenken, dass dies nicht unbedingt in Entlassungen münden müsse.
Bei Siemens mit seinen rund 450.000 Mitarbeitern liegt die jährliche Mitarbeiterfluktuation alleine in Deutschland bei über 10.000. Zudem wächst Siemens stark und hat dank der guten Konjunktur in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres weltweit 8200 neue Stellen geschaffen. Laut «FTD» könnte Löscher schon am 8. November auf der Bilanz-Pressekonferenz Details bekannt geben. Der Aufsichtsrat, der über die Umbaupläne des neuen Vorstandschefs befinden muss, tagt allerdings erst am 28. November. (dpa-AFX)