Nokias Online-Musikshop startet ohne Warner
02. Nov 2007 12:12
 |  Madonna ist bei Warner unter Vertrag. | Foto: PR |
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Warner Music ist sauer, dass auf einer von Nokia angebotenen Datentausch-Plattform auch illegal Musik in Umlauf gebracht wird. Deshalb verweigert sich die Plattenfirma einem neuen Online-Musikshop des Handyherstellers.
Nokia muss zum Start seines Online-Musikshops ohne Künstler von Warner Music wie Madonna auskommen. Der US-Konzern weigert sich als einziger der großen vier der Musikbranche, bei dem zunächst nur in Großbritannien verfügbaren Nokia Music Store mitzumachen.
Als Grund für Warners Ablehnung nennt das «Wall Street Journal» eine andere Website von Nokia, auf dem User Daten austauschen können: Auf der im Sommer gestarteten Plattform Mosh (von Mobile Sharing) werde auch urheberrechtlich geschütztes Material in Umlauf gebracht, beklagt sich dem Bericht zufolge Warner, der nach Umsatz drittgrößte Musikkonzern nach Universal und SonyBMG.
Konkurrent für iTunes
Diese beiden sowie die britische EMI Group lassen ihre Musik auf der neuen Nokia-Site, die seit Donnerstag in Großbritannien läuft, vertreiben. In Nokias Musikshop kostet ein Lied 80 Pence (1,15 Euro), ein Album acht Pfund. Ebenfalls für acht Pfund gibt es ein monatliches Abo, mit dem Musik unbegrenzt auf dem PC gehört werden kann.Mit dem Musikshop und mit Mosh will Nokia verstärkt auch bei Dienstleistungen auf dem Handy vorpreschen. Das Online-Musikgeschäft wird derzeit von Apple dank seiner erfolgreichen iPod-Musikplayer und des iTunes-Internetshops beherrscht. Nokia gilt als ein ernsthafter Herausforderer, weil der Konzern jedes Jahr mehrere hundert Millionen Handys verkauft, von denen viele auch Musik abspielen können. Apple verkaufte bisher insgesamt rund 120 Millionen iPods.
Weiter mit Warner verhandeln
Ein Sprecher von Nokia bestätigte dem «WSJ», dass Warner derzeit keine Musik für den Musikshop anbiete. Die Gespräche mit Warner würden aber fortgesetzt. Nokia setze für Mosh automatisierte Software ein, um zu verhindern, dass urheberrechtsgeschütztes Material auf Mosh hochgeladen wird, betonte der Sprecher. Allerdings fand das «WSJ» Musik der Beatles sowie Harry-Potter-Romane auf Mosh.Der finnische Konzern steigert seinen Anteil am Handy-Markt zwar immer weiter und liegt derzeit bei knapp 40 Prozent, hat aber auch mit sinkenden Gerätepreisen zu kämpfen, da ein großer Teil des Wachstums aus Schwellenländern kommt. (nz/dpa)