27. Okt 2007 09:16
Bei den Energiepreisen ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Eon geht davon aus, dass die Preise weiter steigen werden. Von Abzocke will der Konzern aber nichts wissen.
Zugleich wies Bernotat Vorwürfe zurück, die Stromverbraucher mit den geplanten Preiserhöhungen über Gebühr abzukassieren: «Das ist unbegründet. Niemand ist ausgeliefert, jeder kann problemlos wechseln.» Die Haushalte könnten heute mehr denn je aus einer Vielzahl von Produkten und Anbietern wählen. Dem Staat warf Bernotat eine Mitverantwortung an den steigenden Strompreisen vor und verwies darauf, das der Strompreis zu 41 Prozent aus staatlichen Lasten bestehe. «Man sollte den Menschen immer die ganze Wahrheit sagen», betonte er. Preiserhöhungen seien auch bei milliardenschweren Unternehmensgewinnen nötig: «Wir brauchen Gewinne, um investieren zu können», sagte Bernotat. Gewinne müssten im Verhältnis zum eingesetzten Kapital gesehen werden. «Und in der Rendite sind wir unter den deutschen Unternehmen die Nummer 78.»
Der Eon-Chef kritisierte das Klima-Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als überzogen. Ihr Engagement sei zwar absolut begründet, «aber es ist mir zu einseitig», sagte Bernotat. Er vermisse eine vorausschauende Energiepolitik, die sich auch um die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung kümmere. «Was wir erleben, ist ja eher eine Klimapolitik.» Bernotat sagte: «Man muss darauf achten, dass man selber nicht überzieht und dass die anderen Länder auch mitziehen.» Das gelte vor allem für die USA. (AP)