netzeitung.deGDL stellt Bahn Ultimatum bis Montag

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Die Lokführer nehmen ihre Arbeit wieder auf. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Lokführer nehmen ihre Arbeit wieder auf.
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Die Lokführer haben ihren Ausstand nach 30 Stunden am Morgen beendet - und der Bahn zugleich ein neues Ultimatum für ein besseres Tarifangebot gestellt. Bis einschließlich Montag wird aber nicht gestreikt.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat der Bahn am Freitag ein neues Ultimatum für die Vorlage eines verbesserten Angebots gestellt. Die GDL werde auf der Grundlage am Montagnachmittag um 15 Uhr entscheiden, ob es neue Streiks geben werde oder nicht, sagte der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky in Frankfurt am Main.

Bis Montagnachmittag wollen die Lokführer demnach erst einmal nicht streiken. Die Gewerkschaft zog eine gute Bilanz des 30-Stunden-Streiks, der am Freitag um 8 Uhr zu Ende gegangen war: «Die Züge blieben in Ostdeutschland fast flächendeckend stehen, auch im Westen gab es trotz des Einsatzes von Beamten starke Beeinträchtigungen», erklärte Weselsky. Das zeige, dass die GDL-Mitglieder nach wie vor zu den Forderungen stünden.

Die GDL hatte am Freitagmorgen ihren bislang längsten Streik im Regional- und S-Bahnverkehr der Deutschen Bahn beendet. Der Ausstand hatte in der Nacht zum Donnerstag um 2 Uhr begonnen. Die Auswirkungen des Streiks werden im Regionalverkehr allerdings bis in den Nachmittag zu spüren sein. Die Bahn teilte am Morgen mit, die Züge könnten auch nach dem Ende des Streiks erst nach und nach wieder nach dem regulären Fahrplan verkehren.

Schwerpunkt des bundesweiten Streiks war auch am Freitag wieder der Osten Deutschlands, insbesondere die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dort kam der Verkehr bereits am Donnerstag fast zum Erliegen: Nur zehn Prozent der Züge fuhren. Im Bundesdurchschnitt fiel die Hälfte der Züge aus.

Die Bahn hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, dass bis 21 Uhr bereits 11.000 Nahverkehrszüge ausgefallen waren. Der Streik hatte am Donnerstag um 2 Uhr begonnen. Daran beteiligten sich nach Angaben der Bahn etwa 2100 Lokführer, knapp die Hälfte davon in Ostdeutschland, wo die GDL nach eigenen Angaben einen Organisationsgrad von etwa 90 Prozent hat.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte die Kontrahenten im Tarifstreit erneut nachdrücklich auf, endlich zu einer Einigung zu kommen. «Die beiden Parteien müssen wieder an einen Tisch», sagte der Minister der in Hannover erscheinenden «Neuen Presse». Es gehe auch um wichtige volkswirtschaftliche Auswirkungen. «Ich appelliere deshalb erneut an beide Seiten, sich der Dimension dieses Tarifstreits bewusst zu sein.» Eine Einmischung des Eigentümers in den Streit lehnt Tiefensee aber weiterhin ab. (dpa/AP)