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Eon-Chef: Staat Schuld an höheren Strompreisen

16. Okt 2007 11:44
Der Staat, nicht die Konzerne greifen dem Stromkunden in die Tasche, behauptet Eon-Chef Bernotat
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Die Rendite seines Unternehmens sei nicht exorbitant – und Eon nicht schuld an steigenden Strompreisen, verteidigt sich Wulf Bernotat. Er räumt allerdings ein, dass die Branche in einer Vertrauenskrise steckt.

Obwohl seine Argumente längst wiederlegt sind, beharrt der Vorstandsvorsitze des Stromkonzerns Eon, Wulf Bernotat, darauf, dass nur der Staat für den Anstieg der Energiepreise in Deutschland verantwortlich ist: Es gebe «nur einen Preistreiber beim Strom: den Staat», meinte Bernotat am Montagabend in Düsseldorf. Mit dieser Begründung hatte sein Unternehmen zuvor auch eine Anhebung der Preise für seine Kunden zum Jahreswechsel um bis zu zehn Prozent angekündigt. Konkurrent RWE hat eine eigene Preisrunde gerade abgeschlossen.

Politik und Verbraucherschützer hatte mit Empörung auf die Ankündigung reagiert. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) nannte die Begründung blanken Unsinn – schließlich seien überhaupt keine staatlichen Abgaben angehoben worden. Aribert Peters, Chef des Bundes der Energieverbraucher, sprach in der «Frankfurter Rundschau» gar von einer «Kriegserklärung an den Verbraucher und an den Staat».

«An die Konzerne appellieren»

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Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, rechnete im Sender N24 vor, dass «80 Prozent des Stroms aus abgeschriebenen Kohle- und Atomkraftwerken gewonnen» würden. «Da gibt es gar nicht die Preissteigerungen», stellte sie fest. Allerdings ist auch Expertin Kemfert ratlos, was die Einschränkung von Preissteigerungen betrifft: Man könne nur «einfach an die Konzerne appellieren», räumte sie ein. Der Politik bleibe nur die seit Jahren erhobene Forderung, «endlich kartellrechtlich» durchzugreifen.

Dass Appelle an die Unternehmen nicht weiterhelfen, bewies Eon-Chef Bernotat: Er behauptet unverdrossen weiter, seit der Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland 1998 seien Preissteigerung ausschließlich auf das Konto der Politik – in Form von höheren Steuern und Abgaben – gegangen. Zudem verdiene sein Konzern gar nicht so viel im Stromgeschäft – für einen Spitzenmanager durchaus eine seltene Aussage: Eon mache eine Rendite von 13 Prozent, sagte Bernotat. Das seien keineswegs «exorbitante Gewinne», die Kapitalrendite sei vielmehr «absolut angemessen».

Vertrauenskrise?

Zugleich räumte Bernotat ein, seine Branche befinde sich in einer «Vertrauenskrise». Für ihn ist Wettbewerb die einzige Möglichkeit, sie zu überwinden: «Ein Kunde, der wählen kann, ist ein zufriedener Kunde», sagte der Chef des Regional-Monopolisten. Zugleich warb er für die Eon-Billigmarke «E». Sie habe seit Februar 170.000 Kunden gewonnen, während beim Stammhaus nur 60.000 Endkunden abgesprungen seien, freute sich Bernotat. (nz)

 
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