16. Okt 2007 11:44
Die Rendite seines Unternehmens sei nicht exorbitant – und Eon nicht schuld an steigenden Strompreisen, verteidigt sich Wulf Bernotat. Er räumt allerdings ein, dass die Branche in einer Vertrauenskrise steckt.
Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, rechnete im Sender N24 vor, dass «80 Prozent des Stroms aus abgeschriebenen Kohle- und Atomkraftwerken gewonnen» würden. «Da gibt es gar nicht die Preissteigerungen», stellte sie fest. Allerdings ist auch Expertin Kemfert ratlos, was die Einschränkung von Preissteigerungen betrifft: Man könne nur «einfach an die Konzerne appellieren», räumte sie ein. Der Politik bleibe nur die seit Jahren erhobene Forderung, «endlich kartellrechtlich» durchzugreifen.Dass Appelle an die Unternehmen nicht weiterhelfen, bewies Eon-Chef Bernotat: Er behauptet unverdrossen weiter, seit der Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland 1998 seien Preissteigerung ausschließlich auf das Konto der Politik – in Form von höheren Steuern und Abgaben – gegangen. Zudem verdiene sein Konzern gar nicht so viel im Stromgeschäft – für einen Spitzenmanager durchaus eine seltene Aussage: Eon mache eine Rendite von 13 Prozent, sagte Bernotat. Das seien keineswegs «exorbitante Gewinne», die Kapitalrendite sei vielmehr «absolut angemessen».