netzeitung.deLokführer lehnen Tarifangebot der Bahn ab

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Die Lokführer sollen einen eigenen Tarifvertrag bekommen. (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Lokführer sollen einen eigenen Tarifvertrag bekommen.
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Die Bahn gibt im Streit mit den Lokführern nach: Die Berufsgruppe bekommt einen eigenen Tarifvertrag. Den Lokführern ist dies jedoch nicht genug.

Ein neues Angebot der Bahn hat Bewegung in den Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gebracht. Zwar lehnte die GDL-Chef Manfred Schell die Offerte am Montag als «unzureichend» ab, zeigte sich aber gesprächsbereit. Das Unternehmen drang auf die Wiederaufnahme von Tarifverhandlungen und lud die GDL für Mittwoch dazu ein.

«Unverbindliche und diffuse Gespräche, wie jetzt von der GDL verlangt, bringen nur eine Verzögerung und führen nicht weiter. Deshalb werden sie von uns abgelehnt», teilte Konzernsprecher Oliver Schumacher am Montagabend in Berlin mit. Die GDL will bis auf weiteres nicht streiken. Am Freitag hatte sie mit Arbeitsniederlegungen Teile des Nah- und Regionalverkehrs lahmgelegt.

Die GDL wollte erst nach einem unverbindlichen Gespräch entscheiden, ob sie wieder in Tarifverhandlungen einsteigt. Bis zu diesem Treffen «wird es keine Streiks geben», sagte GDL-Vizechef Günther Kinscher im Fernsehsender n-tv. Über das vorliegende Angebot werde die Gewerkschaft aber nicht verhandeln, weil es sich «mit keinem Cent» von dem abhebe, was die anderen Gewerkschaften ausgehandelt hätten, sagte Kinscher vor der nochmaligen Aufforderung zu Verhandlungen durch die Bahn.

«Wir erkennen in diesem Angebot im Grunde nichts Neues», sagte der GDL-Vorsitzende Manfred Schell am Montag in Frankfurt. Es unterscheide sich von dem Abschluss mit den anderen Gewerkschaften nur darin, dass bereits geleistete Überstunden mit 1400 Euro bezahlt werden sollten.

Die Deutsche Bahn hat der Gewerkschaft zuvor erstmals einen eigenen Tarifvertrag angeboten, der sich eng an dem bisherigen Abschluss mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA anlehnt. Bahn-Personalvorstand Margret Suckale sagte, den Lokführern solle zusätzlich zum bisherigen Angebot eine Einmalzahlung von 2000 Euro für im Jahr 2007 schon geleistete Arbeit gezahlt werden.

«Dieses Paket sieht einen Tarifvertrag für Lokführer vor, der sich konflikt- und widerspruchsfrei in das DB-Gesamttarifwerk einpasst», sagte Suckale. Demnach werden die Löhne von 2008 an um 4,5 Prozent angehoben, wie es mit den beiden anderen Gewerkschaften für die gesamte Belegschaft vereinbart worden war. Zusätzlich hatte die Bahn den Lokführern ab Januar 5,5 Prozent angeboten - wenn sie im Gegenzug zwei Stunden pro Woche länger arbeiten.

Für dieses Jahr gibt es laut Bahn zudem eine erhöhte Mitarbeiterbeteiligung von 600 Euro. «Darauf aufsattelnd können Arbeitnehmer in diesem Jahr 1400 Euro erhalten, indem sie sich zwei Überstunden je Woche auszahlen lassen», teilte das Unternehmen mit. Nahezu alle Lokführer hätten zum Teil erhebliche Überstunden angehäuft, die nach der jetzigen Regelung nicht in Geld umgewandelt werden könnten.

«Das ist ein Angebot, das jetzt sehr schnell zu einem Tarifabschluss führen muss», forderte Suckale. Auch den anderen Tarifpartnern sei heute ein entsprechendes Angebot zugegangen. «Wir erwarten jetzt, dass die Tarifverhandlungen zügig aufgenommen und abgeschlossen werden können - Streiks müssen in dieser Zeit selbstverständlich ausgeschlossen sein», sagte sie.(nz/dpa/AP)