ProSieben und RTL zahlen Millionen-Bußgeld
05.10.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Hintergrund des Bußgelds sind die von den Sendergruppen jahrelang praktizierten so genannten «Share-Deals». Dabei sicherten Werbekunden oder deren Mediaagenturen den Sendern einen bestimmten Prozentsatz ihrer Werbebudgets pauschal zu. IP Deutschland und SevenOne Media revanchierten sich, indem sie den Großkunden Rabatte unter anderem in Form von kostenlosen Werbespots gewährten.
Da nach diesem System ein Großteil aller Werbebudgets schon fest für Sender der RTL- oder ProSiebenSat.1-Familien verplant wurden, sah das Kartellamt kleinere Spartensender benachteiligt. Als Reaktion auf die Ermittlungen des Kartellamts hatten IP Deutschland und SevenOne Media bereits mitgeteilt, künftig auf die «Share-Deals» zu verzichten.
Der Geschäftsführer IP Deutschland, Martin Krapf, betonte: «Wir sind ausschließlich aus einem Grund auf diesen Vergleich eingegangen: Wir brauchen Planungssicherheit für alle Beteiligten.» Man könne und wolle sich keinen «jahrelangen Rechtsstreit und die damit verbundenen Unsicherheiten» leisten.
ProSiebenSat1 teilte mit, man habe sich entschieden, das Bußgeld zu akzeptieren, um langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Bei der Festlegung des Bußgeldes hat das Kartellamt erstmals neue Regeln angewandt, die zu höheren Zahlungen führen als nach altem Recht. Beide Sender teilten mit, die durch die Bußgelder entstehenden «Einmaleffekte» seien zu verkraften. Die Programminvestitionen würden nicht gekürzt. (nz/dpa/epd)

