Lufthansa lässt Hunold freie Hand bei Condor
28. Sep 2007 19:20
 |  Joachim Hunold kann 'in Ruhe' abwarten | Foto: AP |
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Der Übernahme von Condor durch Air Berlin steht die Lufthansa nicht mehr im Wege und verzichtet auf ihr Vorkaufsrecht. Für Joachim Hunold läuft «alles wie geplant».
Die Deutsche Lufthansa hat den Weg für die Übernahme des Ferienfliegers Condor durch den Konkurrenten Air Berlin freigemacht. Ein Vorkaufsrecht der Lufthansa, das die Übernahme hätte verhindern können, werde aus «strategischen und wirtschaftlichen Gründen» nicht ausgeübt, sagte eine Sprecherin am Freitag in Frankfurt am Main.Damit dürfte spätestens 2010 die Condor mit ihren rund 2300 Mitarbeitern und zuletzt rund acht Millionen Passagieren im Jahr komplett zu Air Berlin gehören. Air Berlin kann damit zum Konkurrenten Lufthansa weiter aufschließen. Das Bundeskartellamt muss über die Übernahmen aber noch beraten. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold begrüßte die Entscheidung. «Damit läuft für uns alles wie geplant und angekündigt.» Air Berlin könne Condor nun in zwei Schritten 2009 und 2010 komplett übernehmen.
Name bleibt bei Lufthansa
Nach Angaben aus Branchenkreisen bleibt der Markenname Condor allerdings auch nach dem Verkauf der Fluggesellschaft im Eigentum der Lufthansa. Theoretisch könnte die größte deutsche Airline den Namen damit später für ein eigenes, neues Angebot nutzen.Hintergrund der Transaktion ist der Ausstieg der Lufthansa aus dem Geschäft mit Reiseveranstaltern. Dazu hatte der Konzern seinen 50-Prozent-Anteil am Reisekonzern Thomas Cook an KarstadtQuelle – den inzwischen unter Arcandor firmierenden Einzelhandelskonzern - verkauft. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber will sich so auf das Kerngeschäft konzentrieren. Condor ist Teil des Thomas-Cook- Konzerns, rund 25 Prozent der Condor verblieben zunächst allerdings bei der Lufthansa.
Geschäft wird erst 2010 vollendet
Vergangene Woche hatte Thomas Cook angekündigt, Condor an Air Berlin abzugeben. Lufthansa hatte aber für den Fall eines raschen Weiterverkaufs von Condor ein Vorkaufsrecht vereinbart, was nun aber nicht ausgeübt wurde. Für den noch verbliebenen 25-Prozent-Anteil der Lufthansa hat Thomas Cook nun das Recht, diesen im Jahr 2010 für 77 Millionen Euro zu übernehmen. Danach könnte Condor komplett an Air Berlin gehen. Thomas Cook erhält dann im Gegenzug knapp 30 Prozent der Air-Berlin-Aktien.Mit der Übernahme der Condor setzt Air Berlin unter ihrem Chef Hunold ihren Expansionskurs fort. Zuvor hatte die Gesellschaft schon die Fluggesellschaften LTU und dba übernommen. In Deutschland gibt es damit nur noch zwei große Luftfahrt-Gruppen: Auf der einen Seite Air Berlin, auf der anderen Seite Lufthansa mit ihren Töchtern wie Swiss oder Germanwings. Unabhängig von diesen beiden Gruppen gibt es noch die deutschen Flugtöchter des Tourismuskonzerns Tui.
Hunold wartet «in Ruhe» ab
Ob die Lufthansa ihren 25-Prozent-Anteil an der Condor vorzeitig abgibt, wurde zunächst nicht entschieden. Den Verträgen nach hat Thomas Cook erst 2009 das Recht, die Herausgabe des Anteils zu verlangen. Vollzogen würde das dann 2010. Theoretisch könnten sich beide Seiten allerdings auch auf eine frühere Abgabe einigen. Dem müsste die Lufthansa aber zustimmen. Nach Angaben einer Lufthansa-Sprecherin gibt es dazu aber bislang keine Anfrage. Eine frühere Übertragung der Anteile dürfte vor allem Air Berlin bei der Integration helfen. Air Berlin erklärte aber, man könne sich nun «in Ruhe» auf die Übernahme der Condor vorbereiten.Mit der Trennung von Condor setzt Thomas Cook die Strategie von Arcandor-Chef Thomas Middelhoff um, der die Bilanz seines Konzerns nicht mit dem kapitalintensiven Condor-Fluggeschäft belasten will. Arcandor ist Eigentümer der Mehrheit von Thomas Cook, die seit der Fusion mit dem britischen Veranstalter Mytravel inzwischen in London an der Börse notiert ist. (dpa)