Lufthansa lässt Hunold freie Hand bei Condor
28.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Damit dürfte spätestens 2010 die Condor mit ihren rund 2300 Mitarbeitern und zuletzt rund acht Millionen Passagieren im Jahr komplett zu Air Berlin gehören. Air Berlin kann damit zum Konkurrenten Lufthansa weiter aufschließen. Das Bundeskartellamt muss über die Übernahmen aber noch beraten. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold begrüßte die Entscheidung. «Damit läuft für uns alles wie geplant und angekündigt.» Air Berlin könne Condor nun in zwei Schritten 2009 und 2010 komplett übernehmen.
Hintergrund der Transaktion ist der Ausstieg der Lufthansa aus dem Geschäft mit Reiseveranstaltern. Dazu hatte der Konzern seinen 50-Prozent-Anteil am Reisekonzern Thomas Cook an KarstadtQuelle den inzwischen unter Arcandor firmierenden Einzelhandelskonzern - verkauft. Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber will sich so auf das Kerngeschäft konzentrieren. Condor ist Teil des Thomas-Cook- Konzerns, rund 25 Prozent der Condor verblieben zunächst allerdings bei der Lufthansa.
Mit der Übernahme der Condor setzt Air Berlin unter ihrem Chef Hunold ihren Expansionskurs fort. Zuvor hatte die Gesellschaft schon die Fluggesellschaften LTU und dba übernommen. In Deutschland gibt es damit nur noch zwei große Luftfahrt-Gruppen: Auf der einen Seite Air Berlin, auf der anderen Seite Lufthansa mit ihren Töchtern wie Swiss oder Germanwings. Unabhängig von diesen beiden Gruppen gibt es noch die deutschen Flugtöchter des Tourismuskonzerns Tui.
Mit der Trennung von Condor setzt Thomas Cook die Strategie von Arcandor-Chef Thomas Middelhoff um, der die Bilanz seines Konzerns nicht mit dem kapitalintensiven Condor-Fluggeschäft belasten will. Arcandor ist Eigentümer der Mehrheit von Thomas Cook, die seit der Fusion mit dem britischen Veranstalter Mytravel inzwischen in London an der Börse notiert ist. (dpa)

