netzeitung.deN24 gibt Online-Portal oberste Priorität

 Herausgeber: netzeitung.de

N24 investiert zehn Millionen Euro in den Ausbau des Online-Portals. (Foto: nz/tst<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe N24 investiert zehn Millionen Euro in den Ausbau des Online-Portals.
Foto: nz/tst
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit einem neuen Internetauftritt will N24 mittelfristig in die Top 5 der deutschen Nachrichten-Sites vorstoßen. Hintergrund der Offensive: Der Sender stößt im TV an Wachstumsgrenzen.

Derzeit findet sich das Internet-Portal des TV-Nachrichtensenders N24 im Ranking unter «Ferner liefen»: 720.000 so genannte Unique User zählt die Arbeitsgemeinschaft für Onlineforschung (Agof) auf N24.de pro Monat – zum Vergleich: Spiegel Online erreicht 4,58 Millionen, Konkurrent n-tv immerhin 1,0 Millionen.

Jetzt setzt Guillaume de Posch, der Chef des TV-Konzerns ProSiebenSat1, zu dem N24 gehört, dem Sender ehrgeizige Ziele: «Wir wollen unter den Nachrichtenportalen im Internet mittelfristig unter den ersten fünf sein», sagte de Posch der «Financial Times Deutschland». «Mit einem Marketing- und Inhaltepush können wir das schaffen.»

Anfang 2008 soll sich N24 im Internet mit einem neuen Portal präsentieren. Dazu investiert das Unternehmen rund zehn Millionen Euro in den Ausbau des Onlineangebots. Dass N24 diesen Schritt erst verhältnismäßig spät geht, erklärt de Posch damit, dass es in den vergangenen Jahren «um ganz andere, existenzielle Fragen» bei N24 ging – nämlich, «ob der Sender überhaupt weitermacht oder nicht».

Das stehe mittlerweile aber nicht mehr zur Debatte. «Jetzt können wir die nächste Stufe nehmen und den Sender zu einem multimedialen Unternehmen ausbauen», sagte de Posch. Er erhofft sich damit nicht nur einen Schub bei den Werbeerlösen, angestrebt wird dem Bericht zufolge auch eine breitere Vermarktung der Nachrichteninhalte, die N24 bislang nur an die Schwestersender im Konzern verkauft.

«Denkbar wären als Partner Printkonzerne wie Springer, Holtzbrinck oder Burda», sagte de Posch. «Die steigende Nachfrage nach Bewegtbildern durch die Digitalisierung sind für einen Nachrichtenkanal ein großer Pluspunkt.» Auch beim Handy-TV sehe der ProSiebenSat1-Chef Potenzial, hieß es. Hintergrund ist, dass der Konzern für die Nachrichtentochter nur noch begrenzte Wachstumsmöglichkeiten im klassischen Fernsehgeschäft sieht. Der Marktanteil lasse sich kaum mehr steigern, sagte N24-Chef Torsten Rossmann der Zeitung. (nz)