netzeitung.deNoch fünf Bieter wollen Airbus-Werke

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Mit dem A380 fingen die Probleme bei Airbus an (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Mit dem A380 fingen die Probleme bei Airbus an
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Wahrscheinlich wird EADS mit Augsburg noch einen vierten Standort in Deutschland an einen künftigen Zulieferer verkaufen. Die neue Struktur soll der von Boeing gleichen.

Bei der Suche nach Übernahmepartnern für sechs Airbus-Werke hat der europäische Flugzeugbauer eine Vorauswahl getroffen: Von elf Bewerbern seien fünf in die engere Auswahl gekommen, teilte Airbus am Montag mit. Im Rennen geblieben sind die deutschen Unternehmen Voith und MT Aerospace sowie GKN (Großbritannien), Latecoere (Frankreich) und Spirit (USA). Berichte, es gebe bereits eindeutige Favoriten, wies Airbus als falsch zurück. Wer den Zuschlag für die Werke erhält, soll bis Ende des Jahres feststehen.

Bereits bis zum Ende der Woche ist mit der Entscheidung der Konzernmutter EADS über einen möglichen Verkauf des Standortes Augsburg zu rechnen. Einen Bericht der «Financial Times Deutschland», die Trennung von dem Werk mit 2000 festen Mitarbeitern stehe bereits fest, wies ein Sprecher als «voreilig» zurück. Die Entscheidung sei «in einem fortgeschrittenen Stadium». Interessenten hätten Zugang zu den relevanten Daten erhalten, jetzt warte der Konzern auf die Reaktionen.

Netzwerk von Zulieferern entsteht
Beschlossen ist die Ausgliederung der drei deutschen Werke in Nordenham, Laupheim und Varel, der zwei französischen Standorte Méaulte und St. Nazaire und des britischen Werkes in Filton. Die Ausschreibung wurde vor vier Monaten offiziell gestartet. Mit den Ausgliederungen will Airbus nach dem Vorbild des US-Konkurrenten Boeing ein Netzwerk von Zuliefern aufbauen. Das Konzept ist Teil des Sanierungsprogramms «Power 8», mit dem Airbus die vor allem durch Lieferverzögerungen beim neuen Großraummodell A380 entstandenen Probleme in den Griff bekommen will.

Die neuen Partner sollen erstmals beim geplanten neuen Langstreckenmodell A350XWB erheblich an den Risiken beteiligt werden. Vorgesehen ist auch, dass sie die Steuerung, die Investitionen und die weitere Entwicklung der Werke übernehmen und ihre Beteiligung an weiteren Airbus-Programmen sicher stellen, teilte das Unternehmen mit. Im Gegenzug würden sie am zu erwartenden Gewinn beteiligt.

Vollzugsmeldungen gebe es erst, wenn sich Airbus und EADS mit den Interessenten auf die konkreten Bedingungen für eine erfolgversprechende langfristige Zusammenarbeit geeinigt hätten, betonte Airbus-Chef Thomas Enders. EADS-Chef Louis Gallois hatte kürzlich erklärt, das Unternehmen strebe eine Entscheidung bis Endes des Jahres an. Um das beste Ergebnis zu erzielen lasse man sich nicht unter Zeitdruck setzen. (AP)