Microsoft kämpft im Verborgenen gegen Google
24.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die PR-Firma Burson-Marsteller schrieb demnach Medien-Unternehmen und Internet-Firmen per E-Mail an, um sie auf die Gefahren der geplanten Übernahme des Online-Werbevermarktes Doubleclick durch Google hinzuweisen der Suchmaschinenanbieter würde damit seine bereits starke Stellung bei Internet-Werbung deutlich ausbauen. Die Agentur habe dabei versucht, Internetfirmen zur Unterzeichnung der Online-Petition auf www.i-comp.org zu überreden Burson habe neben der Internet-Adresse sogar Usernamen und Passwörter zur Verfügung gestellt, so das «WSJ».
So erhielt etwa in Großbritannien der Versicherer Esure Anfang September eine E-Mail von Burson. Darin wurde das Unternehmen um Unterstützung für eine Kampagne gebeten, mit der auf Wettbewerbsprobleme bei Internetsuche hingewiesen werden solle. Burson schrieb zwar, man vertrete eine «größere Industrie-Initiative», zitierte das «WSJ» aus dem Schreiben die Beziehung zu Microsoft blieb indes unerwähnt.
Josh Gottheimer, ein Vize-Präsident von Burson, räumte in der Wirtschaftszeitung ein, dass seine Firma von Microsoft beauftragt wurde und mehr als 100 Firmen und Organisationen angeschrieben habe. Ein Microsoft-Sprecher bestätigte, dass Microsoft ein Burson-Kunde sei. Der Softwarekonzern sei ein «Gründungsmitglied» des Diskussionsforums auf i-comp.org.
Ein Google-Sprecher wollte die Kampagne nicht kommentieren. Er sagte lediglich, die Übernahme von Doubleclick sei «positiv für die User und Werbekunden» und fördere den Wettbewerb. Doubleclick bietet Software und Dienstleistungen für Online-Werbung und E-Mail-Marketing an. Die Übernahme soll zum Jahresende abgeschlossen werden.
Burson schrieb sogar die Wirtschaftszeitung selbst an, wie das Blatt weiter berichtete. Im Sommer habe das «WSJ» eine E-Mail von Burson erhalten. Darin wurde hingewiesen auf einen dubiosen Umgang von Google mit privaten Kundendaten. Wiederum ohne die Beziehung zu Microsoft offenzulegen, habe Burson in der Mail darauf hingewiesen, dass es eine sehr gute Dienstleistung für Konsumenten wäre, diesen Fragen mit «journalistischer Stärke» nachzugehen. Die Agentur habe sogar angeboten, Interviews mit Experten zu organisieren. (nz)

