netzeitung.deMattel entschuldigt sich bei ganz China

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60 Prozent des weltweit verkauften Spielzeugs kommt aus China (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe 60 Prozent des weltweit verkauften Spielzeugs kommt aus China
Foto: AP
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

«Ich möchte mich persönlich bei Ihnen, beim chinesischen Volk und allen Kunden entschuldigen.» Der US-Spielzeughersteller Mattel hat sich bei Spielzeug-Rückrufen geirrt.

Der amerikanische Spielzeughersteller Mattel hat sich am Freitag wegen seiner jüngsten Rückrufaktionen bei China entschuldigt. Das Unternehmen übernehme «die volle Verantwortung», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Mattel-Vizepräsidenten Thomas Debrowski aus einem Gespräch mit dem Chef der chinesischen Qualitätsaufsicht, Li Changjiang, in Peking. «Ich möchte mich persönlich bei Ihnen, beim chinesischen Volk und allen Kunden entschuldigen», sagte Debrowski laut Xinhua zu den Rückrufen, die die chinesischen Hersteller insgesamt in Verruf gebracht haben. 60 Prozent des weltweit verkauften Spielzeugs kommt aus China.

Die große Mehrheit der zurückgerufenen Spielzeuge habe Designmängel aufgewiesen und nicht Fehler durch die Produktion in China, räumte Debrowski ein. Nach Angaben von Mattel seien 17,4 Millionen Spielzeuge wegen der Gefahr zurückgerufen worden, dass Magnete sich lösen könnten. Bei 2,2 Millionen seien unzulässig hohe Bleiwerte in benutzten Farben befürchtet worden. «Mattel macht nicht die chinesischen Hersteller für die Rückrufe wegen der Magnete verantwortlich, die auf Designprobleme zurückzuführen sind», zitierte Xinhua aus einer Presseerklärung.

Nach Angaben des Direktors der Qualitätsaufsicht, Li Changjiang, sind allerdings vier Chinesen festgenommen worden, die bleihaltige Farben an den Mattel-Vertragspartner Lida Plastic Toys geliefert hätten. Der Boss des Unternehmens, Zhang Shuhong, hatte nach dem ruinösen Rückruf Selbstmord begangen. In einer Qualitätsprüfung sei ferner mehr als 300 chinesischen Spielzeugherstellern die Geschäftslizenz entzogen worden, berichtete der Direktor in einem indirekten Eingeständnis, dass einige chinesische Produzenten von Spielzeug qualitativ schlechte Erzeugnisse herstellen.

Mattel räumte in seiner Presseerklärung aber auch ein, dass die Rückrufe zu weit gegangen seien, da höchste Sicherheitsstandards angestrebt worden seien. Nachfolgende Inspektionen hätten ergeben, dass ein Teil der zurückgerufenen Spielzeuge in Wirklichkeit die amerikanischen Sicherheitsbestimmungen erfüllt haben. Ähnliches gelte für die Rückrufe in der Europäischen Union. Der Chef der chinesischen Qualitätsaufsicht, Li Changjiang, nannte sein Gespräch mit Debrowski «offen». Er begrüßte die «unparteiische Analyse» und «die verantwortlichen und ehrlichen Erklärungen».

Die Schlussfolgerungen von Mattel stimmten im Wesentlichen mit den Ergebnissen der chinesischen Ermittlungen überein, sagte der Direktor. Danach hätten 87 Prozent der zurückgerufenen Spielzeuge Mängel im Design aufgewiesen, während 13 Prozent übermäßige Bleiwerte im Lack gehabt hätten. Li Changjiang äußerte die Hoffnung, dass der amerikanische Spielzeughersteller mit ähnlichen Fälle von Qualitätsmängeln künftig «auf bessere Weise» umgehe. (dpa)