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Air Berlin will Lufthansa bei Condor ausstechen

20. Sep 2007 09:49, ergänzt 10:38
Maschinen von Condor und Lufthansa
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Die Fluggesellschaft Air Berlin will in zwei Schritten den Konkurrenten Condor übernehmen. Der ärgste Konkurrent Lufthansa hat jedoch ein Vorkaufsrecht - und das Kartellamt Bedenken.

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will den Ferienflieger Condor übernehmen. Dazu hat der Konzern mit dem Reisenanbieter Thomas Cook die Übernahme der Anteile an Condor in zwei Schritten durch einen Anteilstausch vereinbart, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

Im Februar 2009 sollen demnach 75,1 Prozent der Anteile an Condor von Thomas Cook übernommen werden. Die restlichen 24,9 Prozent der Anteile erhalte Air Berlin im Februar 2010, wenn Thomas Cook eine Kaufoption auf sie ausübe und sie von der Deutschen Lufthansa übernehme. Air Berlin hofft nach eigenen Angaben auf Synergien aus der Übernahme im Volumen von mindestens 70 Millionen Euro im Jahr.

Geschäft unter Vorbehalt

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Thomas Cook ist mehrheitlich im Besitz des Touristik- und Warenhauskonzerns Arcandor. Thomas Cook hatte jüngst den britischen Mitbewerber Mytravel erworben. Condor gehört mehrheitlich zu Thomas Cook, eine Minderheitsbeteiligung liegt derzeit bei der Lufthansa. Auf die vollständige Übernahme von Condor haben sowohl Thomas Cook als auch die Lufthansa gegenseitige Kaufoptionen.

Die Vereinbarung über die gegenseitige Beteiligung zwischen Air Berlin und Thomas Cook steht daher unter dem Vorbehalt, dass die Deutsche Lufthansa ihr vertragliches Vorkaufsrecht nicht geltend macht. Würde das geplante Geschäft umgesetzt, würde Thomas Cook dadurch letztlich eine Beteiligung von bis zu 29,99 Prozent an Air Berlin erhalten.

Kartellbedenken

Das Bundeskartellamt äußerte sich skeptisch zu der geplanten Übernahme: «Dieses Vorhaben wird mit Bedenken gesehen», sagte Sprecherin Silke Kaul. Sie begründete das mit der dadurch entstehenden Wettbewerbssituation.

Das Kartellamt habe die Fusion von Air Berlin und LTU vor einigen Wochen freigegeben, da Condor als wichtiger Wettbewerber angesehen worden sei. Wenn dieser Wettbewerber durch die Übernahme jetzt ausfalle, entstehe eine ganz andere Situation, sagte die Sprecherin.

Das Vorhaben von Air Berlin sei dem Kartellamt auch noch nicht zur Genehmigung vorgelegt worden. Das Unternehmen habe allerdings am Freitag einen Termin bei der Behörde, sagte Kaul. Ob dann ein Antrag eingereicht werde, sei dem Kartellamt nicht bekannt. Air Berlin habe bislang auch noch keine Pläne zu einem Code-Share-Abkommen mit Condor dargelegt. (nz/ddp)

 
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