netzeitung.deAirbus-Werk Laupheim macht den Anfang

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Eine Lösung für das Airbus-Werk im oberschwäbischen Laupheim ist offenbar am leichtesten zu finden. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Eine Lösung für das Airbus-Werk im oberschwäbischen Laupheim ist offenbar am leichtesten zu finden.
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Die Verkaufsentscheidung für die deutschen Airbus-Werke, die auf den Rumpf der Flugzeuge spezialisiert sind, dauert offenbar länger. Damit kommt wohl zunächst ein Werk im Südwesten an die Reihe.

Bei der Entscheidung über den Verkauf deutscher Airbus-Werke soll zuerst der Standort im baden-württembergischen Laupheim an die Reihe kommen. Das kündigte Wirtschafts-Staatssekretär Peter Hintze (CDU) am Dienstag nach einem Spitzengespräch im Bundeskanzleramt an. An dem Treffen nahmen neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Ministerpräsidenten der Länder mit Airbus-Standorten sowie der Chef des am Airbus-Mutterkonzern EADS beteiligten Autoherstellers DaimlerChrysler, Dieter Zetsche, teil.

In Laupheim sitzt die Kabinen-Fertigung von Airbus. Für die Entscheidungen im Bereich Rumpf werde mehr Zeit benötigt, sagte Hintze. Der Verkaufsprozess für die auf den Rumpf der Airbus-Flugzeuge spezialisierten Werke Varel, Nordenham und möglicherweise Augsburg sei keine Frage von Tagen, sondern von Monaten. Zu einem genauen Zeitplan wollte sich der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt aber nicht äußern. «Wir haben heute beschlossen, dass Zukunftsfestigkeit vor Geschwindigkeit geht.»

Verhandlungen mit Bietern laufen
Wie bereits bekannt verzögert sich die Entscheidung über die deutschen Airbus-Werke um einige Wochen. Es gebe noch «eine ganze Reihe von Fragen» zu klären, so Hintze. Die geplanten Werksverkäufe sind Teil des Sanierungsprogramms «Power 8», mit dem der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern seine vor allem durch Lieferverzögerungen beim Großraumflugzeug A380 entstandenen Probleme in den Griff bekommen will.

Airbus war tief in die Verlustzone gerutscht und will nun Kosten senken, indem die Zuliefererstruktur für den Flugzeugbauer verändert wird. Airbus hatte zuvor angekündigt, schon im September oder Oktober einen Partner für die Werksverkäufe präsentieren zu wollen. Derzeit führt der Konzern Verhandlungen mit Bietern zu allen Werken. Neben deutschen sind auch US-Unternehmen interessiert.

Gespräch über «Goldene Aktie»
Die Bundesregierung setze sich weiterhin dafür ein, dass deutsche Firmen den Zuschlag erhielten, betonte Hintze. «Ziel der Bundesregierung ist, dass wir diese Schlüsseltechnologien in Deutschland halten.» Durch die Übernahmen könnten zwei wettbewerbsfähige Zulieferunternehmen entstehen, die nicht nur Airbus, sondern auch andere Firmen aus der Luftfahrtbranche beliefern könnten.

Über die konkreten Angebote der Interessenten sei bei dem Treffen jedoch nicht gesprochen worden, sagte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). «Die originäre Geschäftspolitik von EADS und Airbus kann nicht im Kanzleramt gemacht werden», betonte Wulff.

In der Diskussion um den staatlichen Einfluss auf EADS kündigte Hintze Gespräche zwischen Paris und Berlin an. «Deutschland und Frankreich werden noch in diesem Jahr in Gespräche eintreten über die Sicherung ihrer strategischen und Sicherheitsinteressen unabhängig von der Anteilseignerschaft», sagte Hintze. Dabei werde es auch um die mögliche Einführung einer «Goldenen Aktie» gehen, um die strategischen Interessen zu sichern. (nz/dpa-AFX/AP)