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Festnahme nach Fleisch-Razzia bei Tönnies

13. Sep 2007 14:27
Was stimmte nicht mit den Fleischwaren aus Rheda-Wiedenbrück?
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Dem Verdacht, beim Fleischverarbeiter Tönnies sei nicht alles mit rechten Dingen zugegangen, gehen Ermittler sogar in Zypern nach. Es geht zwar nicht um Gammelfleisch, dennoch sollen Kunden betrogen worden sein.

Im Zuge der Betrugsermittlungen gegen den größten deutschen Fleischverarbeiter Tönnies sind zwei Personen vorläufig festgenommen worden. Noch im Laufe des Tages werde über einen Haftbefehl entschieden, sagte der Bochumer Staatsanwalt Bernd Bienioßek am Donnerstag. Nach einem Bericht des Bielefelder «Westfalen-Blatts» handelt es sich bei den beiden Männern um zwei Abteilungsleiter aus dem Stammwerk in Rheda, die bereits am Mittwoch während der Durchsuchung von über 30 Gebäuden vorläufig festgenommen wurden.

Der Fleischverarbeiter aus Rheda-Wiedenbrück steht laut Staatsanwaltschaft in dem Verdacht, Lieferanten und Kunden betrogen zu haben. Außerdem wird ihm illegale Arbeitnehmerüberlassung vorgeworfen. Die Ermittlungen richten sich gegen den Firmeninhaber sowie mehr als zehn weitere Verantwortliche des Unternehmens.

Ermittlungen bis nach Zypern

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Beamte der Staatsanwaltschaft, des Landeskriminalamts sowie der Steuerfahndung Bielefeld hatten am Mittwoch Räume in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie auf Zypern durchsucht.

Einen Bericht des «Westfalen-Blatts», wonach es auf Zypern ein Konto geben soll, auf dem angeblich Schwarzgeld für die Bezahlung illegal Beschäftigter deponiert worden sein soll, wollte der Bochumer Staatsanwalt nicht kommentieren. Das Unternehmen bestritt am Donnerstag erneut alle Anschuldigungen. «Wir werden diese Medienberichte nicht kommentieren und setzen weiter auf die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft», sagte ein Sprecher. Die Firmenleitung sei nach wie vor davon überzeugt, alle Vorwürfe bald ausräumen zu können.

Betrug und Schwarzarbeit?

Bereits seit Dezember 2006 ermittelt die Bochumer Staatsanwaltschaft nach eigenen Angaben gegen den Fleischverarbeiter. Die Ermittlungen sollten klären, ob und inwieweit Lieferanten und Abnehmer der Unternehmensgruppe über Fleischmengen und deren Zusammensetzungen getäuscht worden seien. Ebenfalls geprüft werde, ob Tönnies-Mitarbeiter in Scheinselbstständigkeit beschäftigt und damit Steuer- und Sozialversicherungsbetrug begangen hätten.

Ein Ermittlungsverfahren gegen Tönnies läuft auch bei der Bielefelder Staatsanwaltschaft: Wie ein Sprecher der Anklagebehörde am Donnerstag erklärte, stehe das Unternehmen in dem Verdacht, mit angeblichen Fleischlieferungen nach Russland Subventionsbetrug begangen zu haben. «Dies steht jedoch in keinem Zusammenhang mit den Bochumer Ermittlungen», betonte der Sprecher. (AP)

 
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