Apple muss iPhone billiger abgeben
05. Sep 2007 21:37, ergänzt 06. Sep 2007 08:01
 |  Zum Verwechseln ähnlich: Apples iPhone (l.) und der iPod Touch | Foto: AP |
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Das iPhone verkauft sich doch nicht so gut wie erhofft – die Bindung an einen Handyvertrag schreckt viele Käufe ab. Auch ein iPod mit Bildschirm bewahrte angesichts dessen den Aktienkurs nicht vor dem Absturz.
Apple reagiert mit einer Runderneuerung seiner populären iPod-Musikplayer auf den verschärften Wettbewerb. Das neue Spitzenmodell iPod Touch sieht wie das Apple-Handy iPhone aus, wird ebenfalls über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient und kann drahtlos (WiFi) mit dem Internet verbunden werden. Außerdem erlaubt Apple erstmals das direkte Herunterladen von Musik auf die iPods ohne Umweg über den Computer und steigt ins Geschäft mit Klingeltönen ein.Der gleichzeitig angekündigte Preisabschlag von 200 Dollar bei dem erst vor gut zwei Monaten eingeführten iPhone wurde an der US-Börse als Zeichen der Schwäche interpretiert. Die Aktie verlor gut fünf Prozent.
iPod macht iPhone Konkurrenz
Apple-Chef Steve Jobs kündigte am Mittwoch in San Francisco zwar an, Apple werde demnächst das millionste iPhone verkaufen. Zugleich sagte er aber, das Handy mit acht Gigabyte Speicher werde künftig 399 statt 599 Dollar kosten. Die weniger populäre Variante mit vier Gigabyte, die Apple bislang für 499 Dollar anbot, verschwindet demnächst ganz aus dem Handel.Jobs sagte, der iPod Touch verfüge wie das iPhone über einen Webbrowser und könne Videos aus der Internet-Videoplattform Youtube von Google abspielen. Der Player ist nur acht Millimeter dick und soll in Deutschland für 299 Euro (mit acht Gigabyte Speicher) bzw. 399 Euro (16 Gigabyte) angeboten werden.
Microsoft in die Ecke gedrängt
 |  Apple-Chef Steve Jobs | Foto: dpa |
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Apple präsentierte im Moscone Center in San Francisco außerdem den neuen Online-Laden iTunes WiFi, in dem Besitzer eines iPhone oder eines neuen iPod Touch unterwegs drahtlos Lieder einkaufen können. Zuvor hatte der Apple-Chef neue Versionen der kleineren iPod-Modelle vorgestellt, darunter die nächste Generation der Reihe iPod Nano. Das bisherige iPod-Spitzenmodell heißt jetzt iPod Classic und hat in der neuen Version ein Speichervolumen von bis zu 160 Gigabyte - doppelt so viel wie bisher.Nach Einschätzung von Experten lässt Apple mit der Produktoffensive seinem bisherigen Haupt-Wettbewerber Microsoft nur wenig Spielraum im Markt der mobilen Musikplayer. Microsoft hatte kurz vor der Apple-Ankündigung den Preis für seinen Player Zune um 50 Dollar auf 199 Dollar gesenkt.
Nokia lauert
Apple hat zwar eine Vormachtstellung beim Musikverkauf über das Internet, zuletzt kündigte aber unter anderem der Handy-Hersteller Nokia den Einstieg ins Geschäft an. Deshalb war die neue iPod-Generation mit besonderer Spannung erwartet worden. Der Fall der Aktie um 5,1 Prozent auf 136,76 Dollar wurde am Markt vor allem mit dem Preisabschlag beim iPhone erklärt.Ankündigungen zum Europa-Start des iPhone gab es nicht. Sie werden aber in nächster Zeit erwartet, da das Apple-Handy zum Weihnachtsgeschäft eingeführt werden soll.
Auch Klingeltöne im Repertoire
Für das iPhone wird Apple künftig auch Klingeltöne anbieten: Über eine neue Version der Musiksoftware iTunes können sich Nutzer aus einem Fundus von 500.000 Musikstücke aus dem Apple-Onlineladen individuelle Klingeltöne erstellen. Neben den 99 Cent für den eigentlichen Song verlangt Apple dann weitere 99 Cent für die Nutzung als Klingelton. Damit liegt Apple preislich in etwa auf dem Niveau seiner Wettbewerber. (dpa)