netzeitung.deDeutsche Bauern produzieren zu wenig Bio

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Bio-Bauern kommen mit der Produktion nicht nach (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Bio-Bauern kommen mit der Produktion nicht nach
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Die Landwirte in Deutschland sind nicht mehr in der Lage, die heimische Nachfrage nach Bio-Produkten zu decken. Ausländische Anbieter seien oft günstiger in der Produktion, klagt die Branche.

Die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln in Deutschland kann nicht mehr aus heimischer Produktion gedeckt werden. «Wir haben tatsächlich eine Knappheit auf dem Markt», sagte der Vorstandschef des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, am Dienstag in Berlin. Er sieht darin eine Chance, den Ökolandbau im In- und Ausland auszubauen.

BÖLW-Vorstandsmitglied Thomas Dosch sagte, Bund und Länder müssten die Wettbewerbskraft heimischer Unternehmen wieder stärken. Im vergangenen Jahr hätten die Bundesländer die Öko-Beihilfen um zwölf Prozent gekürzt. Deshalb seien viele ausländische Anbieter von Produkten aus Ökolandbau inzwischen im Vorteil. Der Wechsel eines konventionellen Landwirts hin zu einer Produktion von Bio-Lebensmitteln dauert rund drei Jahre. Die lange Übergangszeit und die gekürzten Beihilfen halten viele davon ab, ihre Produktion umzustellen.

Der Markt für ökologische Erzeugnisse wuchs nach Branchenangaben 2006 um 18 Prozent auf einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro. Die Fläche des Ökolandbaus in Deutschland nahm gleichzeitig lediglich um 2,3 Prozent auf rund 825.000 Hektar zu. Damit seien im vergangenen Jahr 4,9 Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen ökologisch bewirtschaftet worden, berichtete der BÖLW.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Bio-Supermarktkette Basic nach heftigen Protesten von Kunden und Lieferanten den Verkauf weiterer Aktien an Lidl gestoppt hat. Der öffentliche Druck sei zu groß geworden, sagte Basic-Vorstandschef Josef Spanrunft der «Süddeutschen Zeitung».

Basic betreibt bundesweit 25 Bio-Supermärkte und hatte im Februar den Lidl-Mutterkonzern Schwarz als Investor ins Boot geholt, um rascher expandieren zu können. Schwarz hält inzwischen rund neun Prozent der Basic-Aktien. Gegen die Verkaufsabsicht weiterer Aktionäre, die auf der Basic-Hauptversammlung im Juli zum Streit geführt hatte, machte der Vorstand jetzt von seinem Vetorecht Gebrauch. (nz/dpa/AP)