netzeitung.deBertelsmann ist Napster-Risiken los

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Nach dem Ende des Napster-Streits atmet Gütersloh auf (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nach dem Ende des Napster-Streits atmet Gütersloh auf
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Auch wenn die wichtige Dienstleistungssparte Arvato stagniert freut sich Bertelsmann-Chef Thielen über ein «erfreuliches erstes Halbjahr». Die Zahl der Mitarbeiter stieg erstmals auf über 100.000.

Obwohl Sondereinflüsse wie die außergerichtliche Einigung im Streit um die Musiktauschbörse Napster das Ergebnis «maßgeblich» beeinflusst haben, freut sich Bertelsmann-Konzernchef Gunter Thielen über ein «erfreuliches erstes Halbjahr». Zugleich zeigte sich Thielen bei Vorlage der Halbjahreszahlen in Gütersloh erleichtert, «dass wir in Zusammenhang mit Napster wichtige außergerichtliche Einigungen erzielen konnten und damit ein großes Risiko für die Zukunft von Bertelsmann aus dem Weg geräumt haben».

Am Vortag hatte der Konzern verkündet, nach den millionenschweren Vergleichen mit den Plattenfirmen Universal, Warner Music und EMI sei nun auch eine Einigung mit dem amerikanischen Musikverlegerverband erzielt worden. Damit beliefen sich die Kosten für Vergleiche wegen der Musiktauschbörse auf insgesamt 400 Millionen Dollar – eine genaue Summe für die jüngste Einigung nannte der Konzern nicht.

RTL und G+J treiben Ergebnis hoch
In den ersten sechs Monaten des Jahres setzte Bertelsmann nach eigenen Angaben knapp neun Milliarden Euro um. Das ist ein Plus von 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wenn die Erträge des inzwischen abgestoßene Musikverlags BMG Publishing sowie der Beteiligung am französischen Bezahlsender TPS herausgerechnet werden. Das operating Ebit, also das Ergebnis vor Finanzergebnis, Steuern und Sondereinflüssen, wurde mit 714 Millionen Euro angegeben und lag damit um 1,9 dem Prozent über dem Vorjahreswert. Damit habe die Umsatzrendite 8,0 Prozent nach 7,7 Prozent im ersten Halbjahr 2006 erreicht.

Vor allem die Senderkette RTL, aber auch die Zeitschriftensparte Gruner + Jahr habe zu diesem Ergebnis beigetragen, teilte Bertelsmann weiter mit. Der wichtige konzerneigene Dienstleister Arvato stagnierte dagegen «auf hohem Niveau», wie es hieß. Auch das unter Random House firmierende Buchgeschäft sowie die bislang in der Direct Group zusammengefassten Buchclubs weltweit lagen mit ihren Ergebnissen indes unter Vorjahr. Dagegen habe eine «deutliche Ergebnissteigerung» beim Musik-Joint-Venture mit Sony den Wegfall des Musikverlaggeschäfts «nahezu vollständig ausgleichen können».

Prognose bekräftigt
Die Zahl der Mitarbeiter wuchs den Angaben nach seit dem Jahreswechsel von 97.132 auf 101.009. «Wir haben damit erstmals in der Firmengeschichte die Schwelle von 100.00 Mitarbeitern überschritten», stellte vorstandsvorsitzender Thielen fest. «Das ist für uns ein weiterer Beleg für die Stärke von Bertelsmann.» Sein Finanzvorstand Thomas Rabe bestätigte zugleich die «positive Prognose für das Gesamtjahr»: «Bei Umsatz und operativen Ertrag wollen wir im Vergleich zum Vorjahr zulegen», sagte er. (nz)