Vorstandschef der SachsenLB zurückgetreten
Die SachsenLB war nach riskanten Hypothekengeschäften auf dem US-Immobilienmarkt in eine schwere Krise geraten und ist am vergangenen Sonntag von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in einer Blitzaktion übernommen worden. Bereits vor einer Woche musste der für das Kapitalmarktgeschäft zuständige Vorstand Stefan Leusder seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger wird Wolf-Dieter Ihle von der LBBW.
Auch Sachsens Finanzminister Horst Metz (CDU) steht wegen seiner Rolle als Chef des Verwaltungsrates der Landesbank weiter heftig in der Kritik. «Es ist eine billige Legende, wenn der Minister sich jetzt als von den Vorständen nicht ausreichend unterrichtet bezeichnet», kritisierte der SPD-Landtagsabgeordnete Karl Nolle.
Der sächsische Landtag beschäftigt sich an diesem Freitag in einer Sondersitzung mit den Vorgängen. Metz wird in einer Regierungserklärung Stellung zum Notverkauf der Landesbank beziehen.
Das Finanzministerium wies unterdessen Berichte zurück, wonach Ressortchef Metz und der Vorstand der Landesbank den Verwaltungsratsmitgliedern absichtlich brisante Informationen etwa über ein Gutachten der Finanzaufsicht BaFin über die Geschäfte der Dubliner Banken-Tochter vorenthalten haben sollen. Das entspreche nicht der Wahrheit. Der Verwaltungsrat sei zudem auch regelmäßig über die Abstellung von Mängeln informiert worden, die in dem BaFin-Gutachten aufgelistet waren. Darin war den Geschäften der von der irischen Tochter gemanagte Fonds Ormond Quay unter anderem mangelnde Transparenz bescheinigt worden.
Nolle hatte zuvor erklärt: «Wenn diese Berichte zutreffen, dann wird Herr Metz noch ganz andere Probleme bekommen.» Dann werde wohl die Staatsanwaltschaft von Amts wegen gegen den Minister ermitteln müssen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig prüft derzeit, ob sie wegen der Vorgänge bei der SachsenLB tätig werden muss.
Die Bank war im Strudel der US-Hypothekenkrise unter anderem durch die Dubliner Tochter in eine dramatische Schieflage geraten und am vergangenen Wochenende an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verkauft worden. Die LBBW überwies kurzfristig 250 Millionen Euro zur Sicherung des Eigenkapitals der SachsenLB. Der endgültige Kaufpreis, für den eine Untergrenze von 300 Millionen Euro vereinbart worden war, soll zum Ende des Jahres festgelegt werden. (dpa)

